Die
Preisgabe privater, teils intimer Informationen ist ein allgegenwärtiges
Phänomen im Web 2.0. Insbesondere für die Nutzerinnen und Nutzer von Weblogs
und Social Networking Sites (z. B. myspace.com) stellt das Berichten aus dem
eigenen Leben und dem Freundeskreis eine zentrale Nutzungsgratifikation dar.
Welchen Stellenwert hat Privatheit in der „Generation Social Web“ und welche
psychologischen und gesellschaftlichen Kosten hat die freie Verfügbarkeit
privater Informationen im Internet?
Ansprechpartnerin:
Prof. Dr.
Sabine Trepte
E-Mail: s.trepte@hamburgmediaschool.com
Kurzbeschreibung:
Diesen Fragen widmen sich Prof.
Dr. Sabine Trepte und Leonard Reinecke im Rahmen des DFG Projektes mit dem Titel
„Sozialisation im Social Web: Längsschnittstudie zur Wirkung des Web 2.0 auf
den Stellenwert von Privatsphäre und die Bereitschaft zur Preisgabe intimer
Informationen“.
Vorarbeiten der Forschungsgruppe (Reinecke & Trepte, 2008; Trepte & Reinecke, 2009) belegen die Bedeutung der Forschung zu Privatsphäre hinsichtlich der Rezeption des Web 2.0. In einer Online-Befragung mit 702 Internetnutzern zeigten intensivere User eine höhere Bereitschaft zur Preisgabe privater Informationen als weniger Web 2.0-affine Personen. Während diese Studie die Bedeutsamkeit der Bereitschaft zur Selbstoffenbarung bei der Selektion von Web 2.0 nahe legt, ist die mögliche Wirkung der ständigen Verfügbarkeit privater Informationen im Web 2.0 im Sinne von Habitualisierungs- und Sozialisationseffekten bisher weitgehend unerforscht. Das Ziel des geplanten Forschungsprojekts ist es, Nutzer des Social Web in einer Längsschnittstudie über einen Zeitraum von 1,5 Jahren zu ihrem Bedürfnis nach Privatsphäre und ihrer Bereitschaft zur Preisgabe intimer Informationen zu befragen und so die Wirkung der Nutzung des Social Web auf den Stellenwert von Privatsphäre nachzuvollziehen.
Projektlaufzeit:
1. April 2009 bis
30. Juni 2011
Weiterführende Informationen
Literatur:
Reinecke, L., & Trepte, S. (2008).
Privatsphäre 2.0: Konzepte von Privatheit, Intimsphäre und Werten im Umgang mit
'user-generated-content'. In A. Zerfaß, M. Welker & J. Schmidt (Eds.), Kommunikation,
Partizipation und Wirkungen im Social Web. Band 1: Grundlagen und Methoden: Von
der Gesellschaft zum Individuum (pp. 205-228). Köln: Herbert von
HalemVerlag. (pdf, 595 kb)
Trepte, S., Reinecke, L., & Behr, K.-M.
(2008). Qualitätserwartungen und ethischer Anspruch bei der Lektüre von Blogs
und von Tageszeitungen. Publizistik, 53(4), 509-534.
Forschungsprojekte:
Auswahl und Gestaltung von Avataren in Computerspielen
DFG Project: „Young Scholars Network on Privacy and Web 2.0"
DFG Projekt: Längsschnittstudie zum Web 2.0
DFG Projekt: „Young Scholars Network on Privacy and Web 2.0
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