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HMS goes Italy: Strategisches Networking zwischen Dom, Dachterassen und Kolosseum

von NELE HUSEN , JIL WRIEDEN , CAROLIN GRABBE am 18.06.2026

Zwei Wochen Italien, vier Städte, knapp unter 20 Termine, special guests, Discokugeln, Enrique Iglesias und die Studis des älteren MBA-Jahrgangs mittendrin! Ein Reisetagebuch der studentischen Chefredaktion, viel Spaß!

HMS goes Italy Part 1: Mailand - Bohnen, Loafers und Motoren

12. April: Ein Start mit überraschendem Reisegast
Unsere Studienreise begann direkt am Hamburger Flughafen mit einer unerwarteten Überraschung: Beim Check-in in Hamburg sorgte Jil für den ersten Lacher der Reise, als sie aufgrund einer Dose Kidneybohnen im Handgepäck aus der Schlange gezogen wurde.
Ein unerwartetes Eincheck-Erlebnis, das aber sofort den Ton für unsere Reise setzte: Etwas chaotisch, aber immer etwas zum Lachen! Somit hatten wir nach kürzester Zeit auch ein inoffizielles Reisemaskottchen, für den ersten Teil der Reise.

13. April: Handwerkskunst und Hotel-Talks

In Mailand angekommen, tauchten wir direkt in die Welt des Luxus ein. Der Besuch bei Tod´s war ein echtes Highlight. Beeindruckend war nicht nur die generationsübergreifende Handarbeit, sondern auch die Psychologie hinter dem Ladenkonzept. Wir wurden sehr herzlich willkommen und die Gastfreundschaft, inklusive Espresso und Häppchen hat uns direkt beim ersten Termin schon sehr beeindruckt.
Zurück im Hotel ging der fachliche Austausch direkt weiter: Louise Pizzinato und Mario Trimarchi besuchten uns in unserem Hotel und gaben uns wertvolle Einblicke in ihren Berufsalltag.

14. April: Von TV-Giganten zu Tech-Dächern
Der nächste Tag stand im Zeichen der Big Player. Zuerst besuchten wir Mediaset, einen der größten privaten Medienkonzerne Europas (Gründer: Silvio Berlusconi). Anschließend ging es zur AHK, wo uns Italien als strategisches Industrieland nähergebracht wurde.

Den krönenden Abschluss des Tages bildete dann Google. Dort gab es eine Tour durch das gesamte Büro und man führte uns in die Welt der „Googliness“ ein. Anschließend landeten wir auf der Dachterrasse und konnten bei einem leckeren Buffet in entspannter Atmosphäre netzwerken und den Blick über Mailand genießen.

15. April: Motoren und Emotionen auf dem Weg nach Perugia
Bevor wir Mailand endgültig hinter uns ließen, machten wir einen Boxenstopp in Modena beim Ferrari Museum. Hier durften wir lernen, dass Italien zwei Religionen hat: den Papst und Ferrari. Außerdem ist es laut dem Team wohl gar nicht so besonders einen Ferrari zu haben. Wirklich besonders ist es, die Ferraris zu haben, die man erst nach einer Grundausstattung der „Basic Ferraris“ kaufen darf! ;)

Natürlich kam das „dolce vita“ zwischen den Terminen auch nicht zu kurz. Wir haben die freie Zeit gut genutzt, um unter anderem die berühmte Einkaufsgalerie „Galleria Vittorio Emanuele II“ oder den „Duomo di Milano“ zu besuchen. Das größte Highlight für unsere Gruppe waren allerdings fast schon eher die kleinen „Trams“ die in Mailand noch als Transportmittel eingesetzt werden!

Auch kulinarisch war Mailand der perfekte Start: Es gab die erste italienische Pizza, unschlagbare Pasta und den ersten von noch (vielen) folgenden Aperol!

HMS goes Italy Part 2: Perugia - Festival, Fußball und das gute Leben

15. April: Ankunft mit Gepäck, Schweiß und Treppen

Wer denkt, Perugia sei eine entspannte Universitätsstadt zum Ankommen, der hat nicht mit dem Gepäck gerechnet. Und nicht mit den Treppen. Schon beim Aussteigen aus dem Zug war klar: Diese Stadt liegt auf einem Berg. Das klingt malerisch - und das ist es auch - aber mit Rollkoffer und Rucksack, nach einem langen Reisetag, entfaltet sich diese Erkenntnis auf eine ganz andere Art. Erschwerend kam hinzu, dass unsere Apartments diesmal nicht wie gewohnt an einem gemeinsamen Ort lagen, sondern auf verschiedene Unterkünfte in der Stadt verteilt waren. Jede mit ihrem eigenen kleinen Anstieg. Stickig, schwül, bergauf: Perugia hat uns direkt gefordert. So sind wir am Abend des 15. April kollektiv und tot müde ins Bett gefallen. Willkommen in der Umbria.

Medienreise26 Perugia

Einblicke in Perugia, Umbria

16. April: Epstein, Espresso und ein Eis zum Abschluss
Mit einer kleinen Stärkung starteten wir in unseren ersten vollen Tag in Perugia und direkt ins Herzstück unseres Aufenthalts: das Internationale Journalismusfestival. Aus aller Welt waren Persönlichkeiten angereist, die den Journalismus kennen, lieben, hinterfragen oder zumindest mit ihm irgendwie verbunden sind. Alle eint: Sie wollten sich informieren, diskutieren und auf den neuesten Stand bringen. Und wir mittendrin.

Der erste Panel Talk ließ keine Zeit zum Aufwärmen. Es ging direkt ins Schwere: Opfer der Epstein-Fälle kamen zu Wort - ein Thema, das uns alle bewegte und zum Nachdenken brachte. Solche Momente erinnern daran, warum Journalismus wichtig ist. Warum es jemanden braucht, der hinschaut, wenn andere wegschauen.

Zum Verarbeiten trafen wir uns auf dem Marktplatz zum kleinen Recap, dem Herzstück von Perugia, an dem sich das Festivalleben abspielte und zogen weiter zu einem typisch italienischen Mittagessen. Pasta, natürlich. Am Nachmittag noch ein weiterer Panel Talk, dann: Eis. Weil manches einfach sein muss.

17. April: Unterirdisch gut – Panels und eine Stadt unter der Stadt

Das Festival zog uns auch am Freitag wieder in seinen Bann – die einen mehr, die anderen weniger intensiv. Für alle, die zwischendurch eine Pause von den Panels brauchten, hatte Perugia noch ein besonderes Ass im Ärmel: Die Stadt wurde auf einer unterirdischen Stadt gebaut. Straßen, Gassen und Räume, die unter dem heutigen Perugia schlummern und die wir uns gemeinsam angeschaut haben. Ein ziemlich beeindruckendes Stück Geschichte direkt unter den Füßen.

Was sich in Perugia schnell als festes Ritual etablierte: Morgens Panels, mittags in der Gruppe zusammenfinden, abends gemeinsam essen. Und an diesem Abend fanden wir ihn, den perfekten Sundowner-Spot. Blick über die Dächer, Aperol in der Hand, die Sonne geht unter. Ab da an kehrten wir dort jeden Abend ein. Noch einen? Nö, doch. Noch einen? Och, warum nicht. So schön war das, dass es mit dem deutschen Alltag kaum auszuhalten war.

Medienreise26 Perugia2

Schöne Gebäude, kühle Getränke und tolle Ausblicke!

18. April: Tag für die Seele und für den SVW
Prof. Dr. Armin Rott hatte es verordnet: einen Tag für die Seele. Kein Pflichtprogramm, keine Panels - einfach mal durchatmen, die Stadt genießen, ankommen. Ein Geschenk, das wir dankbar annahmen.
Für die Fußballfans unter uns wurde dieser freie Tag allerdings etwas holpriger als geplant. Das Nordderby stand an: HSV gegen Werder Bremen. Ein ereignisreiches Spiel, mehr sei an dieser Stelle nicht verraten, außer: Die Stimmung unter den HSV-Fans in der Gruppe war hinterher... durchwachsen. Man lässt sich das nicht anmerken, aber man merkt es trotzdem.
Den Abend ließen wir wie gewohnt gemeinsam ausklingen, mit einem guten Abendessen und dem Ausblick von unserem Lieblings-Sundowner-Spot. Perugia macht es einem leicht, Niederlagen zu verdauen.

19. April: Kochkurs oder doch eher ein Pasta-Tasting?

Der letzte Morgen in Perugia startete mit großen Erwartungen. Auf dem Plan stand ein Kochkurs: drei Gänge, gemeinsam kochen, Hände in den Teig und los. Wir waren bereit. Schürzen (gedanklich) umgebunden, voller Tatendrang.
Und dann stellte sich heraus: Es handelte sich um ein Tasting. Kein aktives Kochen, kein Mehl auf dem Hemd…stattdessen: Vorspeise, Pasta, Nachspeise. Und Wein. Ein kleiner Irrtum, der sich da eingeschlichen hat.
So verabschiedeten wir uns von Perugia, mit einem zufriedenen Lächeln, leicht schwerem Magen und dem Wissen: Diese Stadt hat uns mehr gegeben, als wir erwartet hatten. Journalismus, Geschichte, Gemeinschaft und den besten Sundowner Italiens. Prossimo fermata: Roma.

Medienreise26 Perugia Kochkurs

Die "Koch"-Erfahrung

HMS goes Italy Part 3: Rom - La Dolce Vita zwischen RAI, Vatikan und Colosseum

Nach dem kurzen Zwischenstopp in Modena wartete der letzte Stopp unserer Italia-Reise auf uns: Eine ganze Woche Rom - die ewige Stadt als krönender Abschluss. Und was für ein Abschluss es wurde.

19. April: Willkommen in der Ewigen Stadt

Mit dem Zug rollten wir in die Hauptstadt und dort direkt in unser neues Zuhause für die nächste Woche: das Franklin Feel the Sound Hotel. Schon beim Betreten der Zimmer war klar, dass dieses Hotel ein wenig anders ist. In den Bädern hingen Discokugeln und auf den Zimmern stand eine Stereoanlage. Aus dem Hotel wurde schnell mehr als nur eine Unterkunft. Wir machten es zum Ritual: Jeden Abend trafen wir uns als Gruppe auf der Hotelterrasse, legten ein kleines Picknick zusammen und spielten Karten. Das absolute Highlight? Wir haben sogar unseren Prof. Armin dazu gebracht mitzuzocken und das, obwohl er bekanntlich kein großer Fan von Gesellschaftsspielen ist. Rom macht eben vieles möglich;).

20. April: Ein Tag bei der RAI: Fernsehen auf Italienisch

Den ersten vollen Tag in Rom hatten wir vollständig der RAI gewidmet und die RAI uns. Von morgens bis 17:30 Uhr abends öffneten die Gastgeber ihre Türen und nahmen uns mit hinter die Kulissen des öffentlich-rechtlichen Fernsehens Italiens. Was beeindruckte: die Herzlichkeit und Großzügigkeit, mit der wir empfangen wurden. Kein schneller Rundgang, keine abgehakte Präsentation, sondern echter Austausch, echte Einblicke.
Besonderes Highlight des Tages: Wir lernten einen bekannten Moderator kennen - Stefano de Martino - kurz bevor er seine Show im Teatro delle Vittorie aufzeichnete. Einer dieser Momente, der einem erst im Nachhinein richtig klar wird: Wir waren gerade da, mittendrin.

Medienreise26 ARD Rom

Die Dachterasse der ARD eignete sich super für weitere Fragen!

21. April: Wissenschaft trifft Journalismus
Prof. Francesco Sobbrio von der Universität Tor Vergata gab uns akademische Perspektiven auf den italienischen Medienmarkt, eine wertvolle Einordnung für alles, was wir in den Tagen zuvor erlebt hatten. Am Nachmittag dann der Besuch bei der ARD-Korrespondenz in Rom. Tillmann Kleinjung und sein Team gewährten uns Einblicke in den Alltag des Auslandskorrespondentums, was es bedeutet, dauerhaft von Rom aus über Europa zu berichten und das alles bei einem Caffè auf der Dachterrasse mit dem Vatikan im Hintergrund.

22. April: Werbung, Diplomatie und die deutsche Stimme in Rom
Dentsu
Italia empfing uns im römischen Büro und gab uns Einblicke in internationale Werbestrategien und den Wandel des Marktes. Dentsu ist einer der weltweit größten Werbe- und Kommunikationskonzerne und gehört zu den sogenannten "Big Six" der Branche. Danach folgte ein Termin, der für viele von uns zu den eindrucksvollsten der ganzen Reise gehörte: die Deutsche Botschaft. Tolle Menschen, die uns offen und mit echter Leidenschaft über ihre Arbeit berichteten. Wer hätte gedacht, dass Diplomatie so spannend sein kann?

Medienreise26 Mediaset Rom

Begeisternde Einblicke in die Technik hinter den Kulissen

23. April: Glaube und Medienkonzern
Ein Tag zwischen zwei Welten: morgens der Vatikan. Der Besuch beim Campo Santo Teutonico war schlicht unglaublich interessant. Prälat Dr. Peter Klasvogt und Dr. Christine Seuss von Vatican Media öffneten uns Türen, die für die meisten Menschen verschlossen bleiben und gaben uns dabei einen Einblick in eine Institution, die seit Jahrhunderten Medienkommunikation auf ihre ganz eigene Art betreibt.Am Nachmittag dann Mediaset - schon aus Mailand bekannt, aber doch nochmal ganz anders. Was jedoch auch hier der Fall war: maximale Gastfreundschaft, immer ein Lächeln, immer ein Caffè. Hier fiel auch der Satz, der die italienische Arbeitskultur vielleicht am besten zusammenfasst: "With maximum calm." So machen es die Italiener:innen und man merkt es überall, mit Ruhe, Freundlichkeit und Leidenschaft.

24. April: Das Colosseum und eine Führung, die man nicht kaufen kann
Den letzten vollen Tag in Rom eröffnete ein Erlebnis der ganz besonderen Art: eine Privatführung durch das Colosseum. Möglich wurde das durch Tod’s, das Luxuslabel aus Mailand, das wir bereits zu Beginn der Reise besucht hatten. Tod’s finanziert die Restaurierung des Colosseums und organisierte für unsere Gruppe eine Führung, wie man sie nirgendwo buchen kann.

Eine Archäologin führte uns durch die Katakomben, die mittleren Etagen und bis ganz nach oben, wo wir den besten Blick auf das Bauwerk und die Umgebung hatten, mit Wissen, Leidenschaft und Geschichten, die einem Gänsehaut bereitete. Eine Erfahrung, die man so einfach nicht kaufen kann. Dass ausgerechnet ein Modelabel die Brücke zwischen uns und diesem zweitausend Jahre alten Amphitheater baute, das ist vielleicht eine der schönsten Geschichten und Ereignisse der ganzen Reise.

Am späten Nachmittag folgte noch ein Gespräch mit der in Rom lebenden deutschen Journalistin Almut Siefert, bevor das HMS-Team das große Reise-Recap abhielt. Zwei Wochen Italien: Was haben wir gelernt? Was nehmen wir mit? Die Antworten füllten die Terrasse des Franklin bis in den Abend. (Psst, die Learnings des Recaps findet ihr auch bei uns auf dem HMS-Blog!:))

Und dann der letzte Abend: Noch einmal das gute italienische Essen genießen, alle zusammen, danach noch in ein Abschiedsgetränk auf einer Restaurantterrasse und irgendwann, wie es das Schicksal so will (oder weil die netten Damen des Restaurants unsere Gruppe mochten;)), erklang "Hero" von Enrique Iglesias. "I can be your hero, baby" - der inoffizielle Soundtrack unserer Italienreise, der sich irgendwo zwischen Mailand und Rom dazu ernannt hatte. Ein würdiger Abschluss.

25. April: Arrivederci, Italia
Check-out, Transfer, Frankfurt, Hamburg. Die Rückreise verlief reibungslos und doch mit einem leichten Ziehen. Zwei Wochen Italien. Mailand, Modena, Perugia, Rom. Wir haben Gelato gegessen, Pasta sondergleichen verspeist, den gelegentlichen Aperol genossen und ganz viel italienischen Caffè getrunken. Wir haben Medienkonzerne und Botschaften besucht, Google-Dachterrassen erklommen und antike Arenen von innen gesehen. Wir haben als Gruppe zusammengefunden, auf Hotelterrassen, bei Kochkursen, die sich als Koch”Experiencen” herausstellten, auf nächtlichen Stadttouren und frühmorgendlichen Besuchen im Petersdom.

Was alle Termine, alle Unternehmen, alle Gesprächspartner:innen und Bekanntschaften dieser Reise gemeinsam hatten: Sie haben sich Zeit für uns genommen. Echte Zeit. Waren offen, herzlich, gastfreundlich. With maximum calm. Italien, grazie mille, wir kommen wieder.