HMS - BLOG

DIGITAL- UND MEDIENMANAGEMENT / ALUMNI INTERVIEWS

Wenn 2.500 € reichen, um auf die Weltbühne zu kommen | Lukas Ladiges & Lukas Nathrath

von MIRELL KERWAT am 10.08.2026

HMS Podcast Visual Linus Ladiges und Lukas Nathrath Facebook

Einen Spielfilm drehen. In sieben Tagen. In einer leeren Wohnung in Hannover. Mit einem Budget, das knapp für einen Gebrauchtwagen reichen würde. Klingt nach einer dieser Ideen, über die man hinterher lacht oder eben nach dem Anfang von etwas, das am Ende im IMAX in Rotterdam vor 500 Menschen läuft, in Hollywood Reporter und Variety auftaucht und einen Preis für die beste Regie beim Max Ophüls Festival absahnt.

Genau das ist Linus Ladiges (geb. Günther) und Lukas Nathrath passiert. Linus hat 2017 seinen MBA an der HMS abgeschlossen und führt seitdem seine eigene Produktionsfirma Klinkerfilm. Lukas ist 2018 aus dem Regie-Masterstudiengang raus und das mit einem Abschlussfilm im Gepäck, der an Schulen als Bildungsmaterial eingesetzt wird.

MBA-Flur. Filmflur. Zwei Flure, auf denen man sich im Alltag eigentlich nicht begegnet. An der HMS liegen die buchstäblich übereinander und trotzdem hätten sich Linus und Lukas dort fast verpasst. Wie sie dann doch zusammenfanden, hat mit einer Drehbuchautorin zu tun, mit einem nicht zustande gekommenen Projekt und mit wöchentlichen Zoom-Calls während Corona, die sich irgendwann in etwas viel Größeres verwandelt haben.

Linus wollte eigentlich gar nicht zwingend zurück zum Film. Der Medienmanagement-Studiengang hat ihn bewusst breiter aufgestellt. Und dann war da dieses Praktikum zwischen erstem und zweitem Jahr – 3.000 Kilometer entfernt in Tel Aviv, mit einem Mentor, der ihm eine Firma und ein erstes Projekt hingehalten hat. Den Rest kennt ihr jetzt. Was er daraus für alle aktuellen und zukünftigen HMS-Studierenden ableitet, ist einer jener Ratschläge, die man sich eigentlich aufschreiben sollte.

2.500 Euro. So viel hat Linus Lukas gegeben, bevor er auch nur eine Seite des Drehbuchs gelesen hatte. Lukas hatte ihm vorhergesagt, es wird ein Kurzfilm. Geworden ist es ein Langfilm in sieben Drehtagen, bei 40 Grad, in einem Kammerspiel-Setting, das am Ende Menschen in Rotterdam zum Lachen gebracht und gleichzeitig in den Sitzen hat zucken lassen. Ihr neues Projekt heißt Bourgeoisie Paranoia: und der Market Breakout Award beim Locarno-Marktprogramm sowie die Drehbuchförderung zeigen, dass das kein Ausreißer war. Wie das alles zusammenhängt: das Vertrauen zwischen Produzent und Regisseur, die Entscheidungen in der Postproduktion, die Absagen in Deutschland trotz internationaler Festivalerfolge und was ein MBA eigentlich mit Filmproduktion zu tun hat. Genau das erzählen die beiden in der neuesten Folge von HMS…und jetzt?

Alle Folgen von „HMS... und jetzt?“ sind auch bei Apple Podcasts und Spotify abrufbar.