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Trust the Pilot: Wie Google Maps den Weg nachhaltigerer Routen einfacher machen kann

von ARIA MONIAT am 20.08.2026

Wie oft öffnest du am Tag Google Maps? Wahrscheinlich öfter, als du denkst. Und wie oft wählst du dabei wirklich bewusst zwischen Auto, Fahrrad, Bus oder Bahn, statt einfach die Route zu nehmen, die oben in der Liste steht? Genau an diesem Moment sind wir in unserem Praxisprojekt mit Google Maps angesetzt. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Google Maps Nutzer:innen dabei unterstützen kann, sich für nachhaltigere Verkehrsmittel zu entscheiden und bei dieser Entscheidung auch zu bleiben.

Als wir (Nele Kuhmann, Matilda März, Marco Fassbender, Aria Moniat) in das Projekt gestartet sind, war schnell klar, dass Google Maps für dieses Thema schon sehr viel mitbringt: eine riesige Nutzerbasis, gute Datenlage und viele Funktionen, die es bereits gibt. Gleichzeitig hat sich schnell gezeigt, dass viele dieser Funktionen im Alltag kaum genutzt werden. Genau an dieser Stelle wollten wir ansetzen, herausarbeiten, woran das liegt und welche Ansätze sich daraus sinnvoll ableiten lassen.

Gemeinsames Arbeiten am Projekt

Gemeinsames Arbeiten am Projekt

Um dem auf den Grund zu gehen, haben wir uns nicht auf eine einzige Methode verlassen, sondern auf vier Bausteine gestützt. Wir haben zunächst bestehende Literatur zu Verhaltensökonomie und nachhaltiger Mobilität ausgewertet, um zu verstehen, was aus der Forschung heraus schon bekannt ist. Darauf aufbauend haben wir eine eigene Umfrage durchgeführt und ein Usability Experiment gemacht, bei dem wir Menschen live beim Auswählen ihrer Route beobachtet haben. Ergänzt haben wir das durch ein Benchmarking verschiedener Mobilitäts Apps aus unterschiedlichen Ländern, um zu sehen, wie andere Anbieter ähnliche Herausforderungen lösen.

Was wir aus unserer Forschung mitgenommen haben

Schon nach den ersten Auswertungen kristallisierte sich eine zentrale Erkenntnis heraus: Es liegt weniger an fehlenden Funktionen, sondern eher daran, wie leicht diese im entscheidenden Moment auffindbar und nutzbar sind. Viele Menschen vergleichen ihre Routen lieber selbst, statt vorhandene Einstellungen zu nutzen. Auch beim Thema Vertrauen zeigte sich ein klares Muster: Eine nachhaltige Einstellung führt im Alltag nicht automatisch zu nachhaltigem Verhalten, unter anderem, weil Menschen sich bei Alternativen zum Auto oft weniger sicher fühlen. Klarere Informationen und mehr sichtbare Kontrolle können genau da ansetzen.

Gewonnen haben wir diese Erkenntnisse aber nicht allein am Schreibtisch. Im Austausch mit unserem Ansprechpartner Michael sind wir immer wieder gemeinsam verschiedene Apps durchgegangen und haben uns Stück für Stück ein gemeinsames Bild davon gemacht, wo die größten Chancen liegen. Dieser laufende Austausch war für uns sehr wertvoll, weil wir dadurch immer wieder abgleichen konnten, ob unsere Ideen auch aus Sicht von Google Maps Sinn ergeben.

Drei Cluster, ein roter Faden

All diese Puzzleteile, aus der Forschung, aus den Gesprächen mit Michael, aus dem Benchmarking, haben wir am Ende in drei Cluster sortiert. Im ersten, Selection and Personalization, ging es um die Frage, warum viele der bereits vorhandenen Personalisierungsmöglichkeiten in der App bisher kaum genutzt werden. Im zweiten, Personal Assistant, haben wir uns angeschaut, wie Google Maps mehr zu einem Begleiter werden kann, der proaktiv unterstützt statt nur zu reagieren, wenn man ihn danach fragt. Und im dritten, Interface and User Flow, ging es darum, wie sich Vertrauen und Kontrolle direkt im Interface sichtbarer machen lassen, damit sich Alternativen zum Auto verlässlicher anfühlen. Zusammen bildeten diese drei Cluster am Ende die Grundlage für unsere Empfehlungen.

Ein Schulterblick vor Ort

Wie greifbar diese Cluster am Ende wurden, hatte auch damit zu tun, dass wir zwischendurch immer wieder echten Kontakt zu Google hatten, und nicht nur per Video Call. Zur Halbzeit des Projekts durften wir das Google Office in Hamburg live vor Ort besuchen, für einen richtigen Schulterblick. Wir haben mit Michael zusammen in der Kantine Mittag gegessen und einfach mal einen echten Eindruck davon bekommen, wie der Arbeitsalltag bei Google eigentlich aussieht. Für uns war das ein richtig cooler Tag, produktiv und persönlich zugleich, und ein Schulterblick, der uns wirklich mega gefallen hat.

Schulterblick im Google Office Hamburg

Schulterblick im Google Office Hamburg

Learnings statt fertigem Konzept

Bei aller Begeisterung für den Tag im Office ging es für uns die ganze Zeit über aber auch um eine andere Frage: was wir am Ende eigentlich liefern wollten. Wir haben uns bewusst dagegen entschieden, ein fertiges Konzept allein zu bauen, und stattdessen Learnings in Form von Features mitgegeben, die wir uns selbst vorgestellt haben, die wir bei anderen Apps gesehen haben und die uns aus unserer Recherche heraus sinnvoll erschienen. Für Google war dabei vor allem die Perspektive unserer Peer Group interessant, also die Sicht von Studierenden auf ein Produkt, das so viele Menschen täglich nutzen. Für uns war das eine besondere Gelegenheit, das Thema noch einmal ganz neu und mit eigenem Blick anzugehen, ohne uns an ein bestehendes Format halten zu müssen.

Eine Zwischenpräsentation auf Englisch

Bevor es überhaupt so weit kam, mussten wir unsere Zwischenstände aber erst einmal selbst auf die Probe stellen, und zwar auf Englisch. Vor der finalen Präsentation hatten wir an der HMS eine Zwischenpräsentation, bei der wir zum ersten Mal komplett auf Englisch präsentiert haben. Das war schon eine coole Challenge für uns, aber genau dabei haben wir auch gemerkt, wie sehr sich Leute für das Thema interessieren, die eigentlich gar nichts direkt mit dem Projekt zu tun hatten. Viele konnten sich richtig gut in das Thema hineinversetzen, weil einfach fast jeder täglich irgendeine Karten App nutzt, und wir haben aus dieser Runde richtig gutes Feedback mitgenommen.

Interne Praesentation an der Hamburg Media School

Interne Präsentationen an der Hamburg Media School

Die Endpräsentation bei Google Hamburg

Mit diesem Rückenwind ging es dann Richtung große Bühne. Am 23. Juni durften wir unsere Ergebnisse bei Google Hamburg präsentieren, komplett auf Englisch. Der Grund dafür war vor allem, dass Kolleg:innen aus der ganzen Welt Interesse an unseren Ergebnissen hatten, die Präsentation wurde deshalb aufgezeichnet und mehrere Kolleg:innen aus anderen Ländern haben zugeschaut, unter anderem aus Australien und den USA. Im Anschluss haben wir gemeinsam noch einen Kaffee aus ihrer eigenen Röstung getrunken, ein schöner Ausklang für einen langen Tag. Rückblickend war es genau diese Verbindung, aus Forschung, aus echten Begegnungen und aus ganz konkreten Beobachtungen aus dem Alltag, die das Projekt für uns so besonders gemacht hat. Wir haben nicht nur über Mobilität gesprochen, sondern uns sehr genau angeschaut, wie Menschen sich in dem Moment wirklich entscheiden, in dem sie eine Route wählen.

Team bei der Endpraesentation bei Google

Team bei der Endpräsentation bei Google

Unser Dank gilt dem Team von Google Maps, allen voran Michael Firnhaber, der uns während des gesamten Projekts begleitet und es für uns überhaupt erst möglich gemacht hat, sowie Ulrike Meier und Prof. Dr. Armin Rott von der Hamburg Media School für die Begleitung des Projekts.