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DIGITAL- UND MEDIENMANAGEMENT / STUDIUM

Halbzeit meines Praktikums bei RTL Nord: Das Stück ins Ziel fahren

von MIRELL KERWAT am 17.08.2026

8:45 Uhr, Cappuccino mit doppeltem Espresso, Morgenkonferenz. So startet bei mir seit Wochen jeder Tag während unserer 3-monatigen Sommerpause im freiwilligen Praktikum bei RTL Nord. Statt in der Finkenau 35 spielt sich aktuell mein Alltag zwischen Hoheluftchaussee und Isemarkt ab, wo die Redaktion ihren Sitz hat. Nun ist Halbzeit: Grund genug für einen Zwischenstand.

Ich komme ursprünglich aus dem Marketing, die Fernsehsprache musste ich mir erst erarbeiten. OFF, MAZ, Stück, KN, Mojo, Vöxe: Begriffe, die in der Redaktion fallen, als wären sie selbsterklärend und die mich in den ersten Tagen ziemlich verunsichert haben. Mittlerweile sitzen sie, ich nutze sie selbst ohne nachzudenken.

Auch die Teamstrukturen sind nicht fest. Je nach Dreh arbeite ich mit wechselnden Kolleg:innen zusammen, zusammengestellt nach Verfügbarkeit und Thema des Tages. Das heißt: kein eingespieltes Duo, sondern jeden Tag ein neuer Blick auf die eigene Arbeit.

Der Tag beginnt mit der Konferenz

In der Morgenkonferenz entscheidet sich, was heute noch tagesaktuell abgedreht wird und was es in die Sendung schafft. Meistens steht danach schon fest, wohin die Fahrt geht. Kein Tag gleicht dem anderen und genau das macht den Reiz aus: Man weiß morgens um neun selten, wo man abends um sechs steht.

Gespräche, die man sonst nicht führt

Das Praktikum hat mir Zugang zu Menschen verschafft, denen ich sonst nie begegnet wäre. Ich saß im Hotel Atlantik dem Hoteldirektor gegenüber, war bei der Pressekonferenz zur Travemünder Woche dabei und habe mit dem Geschäftsführer vom Hagenbecks Tierpark gesprochen. Diese Termine zeigen, wie unterschiedlich der Alltag in einem Regionalstudio sein kann. Ein Hotel, eine Pressekonferenz, ein Zoo. Alles in einer Woche.

Praktikum bei RTL Mirell PK Travemuender Woche

KNs, OFFs und der Schnitt

Der Großteil meiner Arbeit läuft über zwei Formate: Kurznachrichten (KNs) und OFFs. KNs sind die knappste Form, rund 30 Sekunden, auf den Punkt. OFFs gehen etwas länger, bis zu einer Minute, mit mehr Raum für Bild und Ton. Bei den fertigen Beiträgen ist die Arbeitsteilung unterschiedlich: Manche Redakteure schneiden ihre Beiträge selbst, andere geben sie an die Cutter. Beide Wege lernt man im Praktikum kennen und beide haben ihre eigenen Logiken und Prozesse.

Eigene Themen pitchen

Als Praktikantin sitzt man in der Morgenkonferenz nicht nur dabei, man darf auch selbst pitchen. Eines meiner Themen hat es tatsächlich in die Sendung geschafft, als Stück mit zwei bis drei Minuten Länge, deutlich mehr Raum als bei einer KN oder einem OFF. Es ging um ein SUP-Rennen im Rahmen der Travemünder Woche. Gedreht habe ich es auch selbst. In der Redaktion sagt man, man fährt ein Stück ins Ziel. Genau das durfte ich bei diesem Thema von der Idee bis zur Ausstrahlung erleben.

Praktikum bei RTL Mirell Atlantic Hotel

Feierabend um 18:30, aber erst nach der Sendung

Um 18 Uhr geht die Sendung auf Sendung – RTL Nord/Regionale Nachrichten - und traditionell schaut die Redaktion gemeinsam zu. Der Arbeitstag endet meist gegen 18:30 Uhr, aber dieser gemeinsame Blick auf den Bildschirm gehört fest dazu. Man sieht das eigene Thema, hört den eigenen Text aus dem Mund der Moderation und merkt: Das war heute mein Beitrag zur Sendung.

Praktikum bei RTL Mirell Abschluss des Tages

Was noch kommt

Die erste Hälfte hat gezeigt, wie viel in einem Regionalstudio zwischen Morgenkonferenz und Sendeschluss passiert. Auf die zweite Hälfte bin ich gespannt: mehr Themen, mehr Drehs, hoffentlich auch noch mehr Verantwortung.