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DIGITAL- UND MEDIENMANAGEMENT / STUDIUM

Studieren mit System: Diese Tools nutzen wir wirklich fürs MBA-Studium

von JIL WRIEDEN am 07.07.2026

Digitale Tools gehören heute selbstverständlich zum Studium. Doch während es unzählige Rankings, Empfehlungen und Produktvergleiche gibt, bleibt eine Frage oft unbeantwortet: Welche Tools nutzen Studierende tatsächlich im Alltag und warum?

Genau das wollten wir herausfinden. Deshalb haben wir, Carolin und Jil, eine Umfrage unter MBA- und EMBA-Studierenden bei uns an der Hamburg Media School durchgeführt - ganz nach dem Motto von Studierenden für Studierende. Wir haben gefragt: Welches ist dein Top Tool an der HMS? Mehrfachnennungen waren ausdrücklich erwünscht. Kein Ranking, keine gesponserten Empfehlungen. Nur ein ehrlicher Blick in unseren eigenen Studienalltag. Was wir dabei gelernt haben? Es gibt nicht das eine perfekte Tool. Aber es gibt smarte Kombinationen und die lohnen sich zu kennen.

Studieren wird einfacher, wenn Tools zusammenarbeiten
Ein Muster zieht sich durch nahezu alle Antworten: Kaum jemand unter den Studierenden verlässt sich auf nur eine Anwendung. Stattdessen werden mehrere Tools kombiniert, die jeweils unterschiedliche Aufgaben erfüllen. Typische Setups verbinden KI-Tools für Recherche und Ideenfindung mit Plattformen für Organisation und Gruppenarbeit, ergänzt durch klassische Office-Anwendungen oder spezialisierte Lernprogramme.

„In Kombination helfen die Tools alle Studienbereiche zu strukturieren, aufzubereiten und miteinander Projekte zu erarbeiten.",
HMS-Studierende

Jede:r entwickelt dabei seinen eigenen Workflow, passend zu den eigenen Projekten, Lernmethoden und dem Studienformat. Welche Tools dabei in welchem Bereich besonders häufig auftauchen, erläutern wir euch hier in diesem Artikel.

Schneller verstehen: Warum KI-Tools für uns unverzichtbar geworden sind
Am häufigsten tauchen KI-Tools in unseren Antworten auf. Viele von uns nutzen sie, um sich schneller in neue Themen einzuarbeiten oder komplexe Inhalte greifbarer zu machen. Mehrere Kommiliton:innen beschreiben sie als ihren persönlichen Sparringspartner. Genannt wurden unter anderem: ChatGPT, Perplexity, Gemini, Claude, NotebookLM.

„Schneller und umfassender Überblick über Themengebiete und Sparringpartner beim Verstehen und Einarbeiten in neue Themengebiete.", HMS-Studierende


Besonders bei neuen oder komplexen Themen nutzen wir KI-Tools zunächst für einen ersten Überblick, bevor wir tiefer in Literatur und Studienmaterial einsteigen. Zeitersparnis und Orientierung stehen dabei ganz oben.

Tool-Spotlight: NotebookLM

Du lädst deine PDFs, Vorlesungsfolien oder Artikel hoch und kannst danach direkt Fragen dazu stellen, Zusammenfassungen generieren lassen oder sogar einen Podcast daraus erstellen. Kein Raten mehr, welche Info, wo steht. Besonders stark vor Prüfungen oder wenn du schnell in ein fremdes Thema einsteigen musst.

Notebook LM Laptop

Wer beim Thema KI noch mehr Orientierung sucht: Die Universität Hamburg, mit der MBA-Studiengang an der HMS in Kooperation durchgeführt wird, hat einen eigenen KI-Guide erstellt - mit praktischen Tipps, Checklisten und klaren Antworten auf die Frage, was erlaubt ist und was nicht. Wir empfehlen einen Block reinzuwerfen.

Weniger Chaos im Studium: Wie Organisationstools Struktur schaffen
Neben KI spielt ein zweiter Bereich eine zentrale Rolle in unserem digitalen Studienalltag: Organisation und Zusammenarbeit. Wir arbeiten häufig an mehreren Projekten gleichzeitig, koordinieren Gruppenarbeiten und bereiten Präsentationen und Abgaben parallel vor.

Besonders häufig genannt wurden: Google Drive (Docs, Sheets, Präsentationen, Meet), Notion, Asana, Miro, Excalidraw.

„ChatGPT (Agentmodus) für die Ideenentwicklung, Notion zum Planen, Miro für die Gruppenarbeiten."
, HMS-Studierender

Gruppenarbeit PP

Ein konkretes Gruppen-Workflow-Beispiel aus unserer Praxis:

Workflow-Beispiel
: Gruppenarbeit für ein Seminar Miro fürs Brainstorming im ersten Call → Asana für Aufgabenverteilung und Deadlines → Google Meet für den wöchentlichen Sync → NotebookLM fasst danach die wichtigsten Punkte zusammen, damit alle auf dem gleichen Stand sind.

Präsentationen, Texte und Daten: Klassische Tools bleiben gesetzt
Trotz aller neuen Tools bleiben klassische Office-Programme ein fester Bestandteil unseres Studiums, vor allem wenn es um konkrete Abgaben geht. Genannt wurden unter anderem: PowerPoint, Word, Excel, OneNote, Canva, Grammarly. Diese Tools bilden die Grundlage für Präsentationen, Hausarbeiten und Projektberichte. Neue Anwendungen wie Canva oder Grammarly ergänzen sie sinnvoll: Canva für ansprechende Gestaltung auch ohne Designkenntnisse, Grammarly für saubereres Schreiben auf Englisch.

Was uns die Umfrage klar gezeigt hat: Digitale Tools ersetzen bestehende Anwendungen nicht vollständig, sie erweitern unsere Möglichkeiten, effizienter damit zu arbeiten.

Besser lernen und mitschreiben: Digitale Unterstützung in Vorlesungen
Neben Organisation und Präsentationen spielen auch Notiz- und Lern-Tools eine wichtige Rolle, besonders während Vorlesungen und in der Prüfungsphase. Besonders häufig genannt wurden: GoodNotes, Anki, OneNote.

„GoodNotes ist sehr hilfreich, um wichtige Infos während der Vorlesung direkt auf den Folien zu ergänzen. Perplexity nutze ich gerne für tiefere Recherchen und ChatGPT für Inspo und Zusammenfassungen.",
HMS-Studierende

GoodNotes und OneNote ermöglichen es, Vorlesungsfolien direkt zu kommentieren und zu ergänzen. Anki nutzen wir für systematisches Wiederholen in der Prüfungsvorbereitung - mit Karteikarten, die auf Basis des eigenen Lernstands priorisiert werden. Besonders für alle, die mit einem Tablet arbeiten, ist das ein echter Gamechanger.

Gute Zusammenarbeit braucht gute Kommunikation
Auch Kommunikation gehört inzwischen fest zu unserem digitalen Werkzeugkasten. Gruppenarbeiten, Projektabstimmungen und kurzfristige Meetings finden bei uns häufig online statt. Dafür nutzen wir vor allem: WhatsApp, Zoom, Google Meet.
Gerade im berufsbegleitenden Studienformat ermöglichen diese Tools eine flexible Zusammenarbeit, unabhängig von Ort und Zeit. Die Kombination aus WhatsApp für schnelle Abstimmungen und Zoom oder Google Meet für strukturierte Calls hat sich bei den meisten als Standard etabliert.

Eigene Tools bauen, ganz ohne Code
Ein Begriff, der in unserer Umfrage kaum auftauchte, aber zunehmend an Bedeutung gewinnt, ist Vibe Coding. Gemeint ist eine Art Software im Gespräch mit einer KI zu entwickeln: Statt Code Zeile für Zeile zu schreiben, wird in normaler Sprache beschrieben, was entstehen soll. Den Code übernimmt die KI, getestet und nachgeschärft wird über weitere Anweisungen. Für uns Studierende ist daran vor allem die niedrige Einstiegshürde spannend: Wer eine Idee hat, aber nicht Programmieren kann, baut sich in kurzer Zeit ein kleines, lauffähiges Werkzeug. In einem MBA-Praxisprojekt ist so ein eigenes Tool zur automatisierten Auswertung mehrerer hundert Kommentare entstanden, ganz ohne selbst Code zu schreiben. Wichtig bleibt dabei ein realistischer Blick: Vibe Coding eignet sich gut für Prototypen und persönliche Projekte, weniger für alles, was zuverlässig, sicher und dauerhaft wartbar sein muss.Wer selbst ins Vibe Coding einsteigen möchte, findet mit Claude einen niedrigschwelligen Startpunkt: Im Chat kann mit eigenen Worten beschrieben werden, was das Tool können soll und die KI schreibt den Code für die kleine Web-Anwendung.

Was uns diese Umfrage klar gemacht hat
Studieren bedeutet heute nicht mehr nur, Vorlesungen zu besuchen und Texte zu lesen. Es ist zunehmend projektbasiert, digital vernetzt und workflow-getrieben. Wir wählen unsere Tools dabei sehr pragmatisch: Entscheidend ist nicht, welches Tool gerade gehyped wird, sondern welches im Alltag tatsächlich funktioniert. Das perfekte Einzel-Tool gibt es nicht. Was funktioniert, ist eine sinnvolle Kombination, von KI-gestützten Tools über Organisationsplattformen bis zu klassischen Office-Programmen. Und wie gut dieses persönliche Setup zum eigenen Arbeitsstil passt, macht am Ende den Unterschied. Umso wertvoller ist es, sich gegenseitig über hilfreiche Tools und Workflows auszutauschen. Denn die besten Tipps entstehen oft genau da - im Gespräch mit anderen.