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Historische Medienforschung

Vermittlungsstrategien audiovisueller Formate

Historische Medienforschung

Der Bereich Historische Medienforschung widmet sich der Erforschung von Ursprüngen und Kontinuitäten der Medienentwicklung – von den 1950er Jahren bis heute. Obwohl sich Medien ständig weiterentwickeln, bleibt immer etwas erhalten – Medien werden selbst zum Archiv. So ist vieles ist schon einmal dagewesen und dient so als Quelle neuer Medienideen oder wird wiederverwendet.

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Kern des Projekts ist ein Vergleich der Vermittlungsstrategien von Kinowochenschauen, die in der Zeit des wirtschaftlichen Aufschwungs von 1950 bis 1965 in West- und Ostdeutschland gezeigt wurden. In mehreren Aspekten werden Unterschiede in der Berichterstattung herausgestellt:

1) ästhetische Gestaltung (Bild, Musik, Stimme)
2) inhaltliche Aufbereitung (Text) und
3) audiovisuelle Darstellungsmuster (Beitragskonzeption).

Bisher wurden Ausgaben der „Neuen Deutschen Wochenschau“ (NDW) bzw. „Die Zeitlupe“ (Umbenennung der NDW Ende Mai 1963) aus jeweils drei exemplarischen Monaten der Jahre 1950 bis 1965 sowie die Wochenschau-Jahresrückblicke gesichtet und hinsichtlich der Themen und Darstellungsmuster ausgewertet. Ebenso wurde mit der Wochenschau „Der Augenzeuge“ (ostdeutsche Produktion) verfahren und Ausgaben der Jahre 1950 bis 1965 gesichtet (Stand August 2016).

In vier Kategorien ergibt sich so ein aussagekräftiges Bild der Vermittlung des „Wirtschaftswunders“: (1) Voraussetzungen für die wirtschaftliche Entwicklung, (2) Alltagsbilder, (3) Präsentation von Unternehmen und Produkten, (4) herausragende Gestaltung der Wochenschau-Filme. In einem weiteren Schritt sollen die Ergebnisse mit anderen audiovisuellen Mediengattungen verglichen werden: Dokumentarfilm, Spielfilm, Fernsehsendungen mit Themen des wirtschaftlichen Aufschwungs der 1950er- und 1960er-Jahre (zeitgenössische und neue Produktionen).

  • Ziel & Relevanz
  • Methoden
  • Publikationen

Bis zur Etablierung des Fernsehens in Deutschland Ende der 1950er-/Anfang der 1960er-Jahre war die Wochenschau die einzige Nachrichtenquelle, die durch laufende Bilder die Vorstellungen einer breiten Öffentlichkeit prägen konnte. Im Projekt geht es daher um die Frage, wie die Wochenschau zum kollektiven Erinnerungsbild: „Wir sind wieder wer!“ beitragen konnte.

Für die Beschäftigung mit diesem Thema ist Eile geboten. Einschlägige Filmarchive sind von Schließung bedroht, obwohl Historiker/innen den Film inzwischen vermehrt als wissenschaftliche Quelle nutzen und Fernsehredaktionen historische Filmdokumente als Belege in Doku-Dramen einbinden.

Die filmischen Darstellungsprinzipien aus den 1950er-Jahren sind darüber hinaus eine der Grundlagen für heutige „Audiovisionen“ (Zielinski), deren Entwicklung keineswegs abgeschlossen ist.

Hermeneutische Filmanalyse
Frameanalyen
Diskursanalysen

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Sigrun Lehnert

Studienberatung Digital Journalism

Dr. Sigrun Lehnert

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