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DIGITAL JOURNALISM FELLOWSHIP

Fünf Fragen an... Anna-Lena Keeve

von ANJA KOLLRUSS am 12.11.2020

DJF Ann Lena Keeve

Anna-Lena Keeve ist seit 2018 als Chief Operating Officer (COO) bei der NOZ Digital GmbH tätig. Zu ihren Hauptaufgaben gehört in diesem Zusammenhang die Verantwortung für die digitalen Produkte von 42 regionalen Tageszeitungen. Die Führung eines 60-köpfigen, interdisziplinären Teams an den Standorten Hamburg, Osnabrück, Schwerin und Flensburg fällt ebenfalls in ihren Zuständigkeitsbereich. Zuvor zeichnete sich Anna-Lena Keeve als „Head of Digital“ für das Digitalgeschäft der Berliner Morgenpost und des Hamburger Abendblattes bei der Funke Mediengruppe verantwortlich. Während dieser Station arbeite sie eng mit dem Top-Management und der Chefredaktion zusammen, um die langfristige Digitalstrategie der jeweiligen Portale zu konzeptionieren und erfolgreich umzusetzen. Weitere wertvolle Erfahrungen im Bereich Innovationsmanagement sammelte Anna-Lena Keeve als Business Development Managerin bei der Axel Springer SE.

Der Branchendienst kress pro hat zum fünften Mal junge Führungskräfte aus Redaktion und Management zu den Newcomern des Jahres gewählt. Auch du gehörst dazu – herzlichen Glückwunsch! In der Beurteilung heißt es u.a., dass die Preisträger bereits erste berufliche Bewährungsproben gemeistert haben. Welcher Herausforderung musstest du dich schon stellen? Wie hast du sie gelöst?
Danke euch. An verschiedenen Herausforderungen hat es während meiner Stationen bei Axel Springer, der Funke Mediengruppe und der NOZ Medien und mh:n Medien nie gemangelt. Von der Entwicklung neuer Geschäftsmodelle, dem Einstellen derselbigen, großen Technologie- und Change-Projekten bis hin zum Aufbau und Begleiten fantastischer Teams war alles dabei. Das liebe ich an unserer Branche - den stetigen Wandel. Ich durfte früh lernen, dass "Scheitern" in Form von abgelehnten Produktideen, Zeitverzüge in Projekten und Zielkonflikten zum Arbeitsalltag dazu gehören - und wir nur durch diese lernen und wachsen können.

Du bist Chief Operating Officer bei NOZ Digital. Was sind deine Aufgaben?

Die NOZ Digital verantwortet das Digitalgeschäft von NOZ Medien und mh:n Medien. Hierfür entwickeln wir Produkte, Strukturen, Prozesse, Systeme und Services in den Bereichen Redaktion, Vertrieb, Vermarktung, Technologie, Daten, User Experience, Business Development, Forschung & Entwicklung, Video und Broadcasting. Als zentrale Einheit an den Standorten Flensburg, Osnabrück, Hamburg und Schwerin vereinen wir mit über 80 Kolleginnen und Kollegen digitales Expertenwissen mit den Erfahrungen aus dem klassischen Verlagsgeschäft. COO steht für Chief Operating Officer. Eine exakte Berufsbezeichnung ist schwierig, da es den EINEN COO-Job so nicht wirklich gibt. Genau das macht aus meiner Sicht den Reiz dieser Position aus - einen klassischen und wiederkehrenden Berufsalltag gibt es nicht. Dafür jeden Tag aufs neue spannende Ideen, die es umzusetzen, Herausforderungen, die es zu bewältigen und Projekte, die es umzusetzen gilt. Wir sind in den vergangenen zwei Jahren in der NOZ Digital von 35 auf 80 Kolleginnen und Kollegen gewachsen - und sind mit diesem großartigen und schlagkräftigen Team so erfolgreich wie nie zuvor. Mein Fokus liegt hierbei auf Technologie/Entwicklung, Produktmanagement, Schnittstellen, Organisation und Controlling.

Du hast als Ziel genannt: „Im Jahr 2025 wollen wir insgesamt 250.000 digitale Abonnenten haben.“ Wie wollen du und dein Team das erreichen?

Wir haben uns in unserer Mediengruppe NOZ MEDIEN/mh:n MEDIEN gemeinsam ein Zielbild für den Lesermarkt erarbeitet. Dieses sieht neben Meilensteinen wie den 250k verschiedenen Bausteine für die kommenden Monate und Jahre vor. Die Maßnahmen umfassen die Bereiche Organisation, Technologie, User-Zentrierung und vor allem Produkt und Inhalte. In jedem dieser Bereiche haben wir verschiedenen Projekte, an welchen wir in Hinblick auf die Zielerreichung arbeiten.

Welche Möglichkeiten der Monetarisierung nutzt ihr? Rechnet sich dies schon und wie könnten digitale Angebote in Zukunft noch stärker angenommen werden?
Wir monetarisieren unsere digitalen Produkte sowohl auf dem Leser- als auch auf dem Werbemarkt. In den vergangenen zwei Jahren haben wir uns besonders intensiv auf das Wachstum unserer digitalen Abonnements fokussiert und verkaufen seit November 2018 neben dem ganz klassischen ePaper-Produkt aktiv Paid Content, also die Inhalte unserer digitalen Produkte. Hier haben wir sehr schnell gelernt, neben einem konsequenten und furchtlosen Umsetzen sowie technologischer und operativer Exzellenz ist das Arbeiten in interdisziplinären Teams ein entscheidender Erfolgsfaktor. Und über allem steht natürlich der User - wenn wir die Bedürfnisse unserer Zielgruppen nicht verstehen, dann entwickeln wir vermeintlich tolle Produkte an ihnen vorbei. Aus diesem Grund legen wir großen Wert auf die Themen Testing und User Research sowie den kontinuierlichen Ausbau von UX-Expertise in unserem Team.

Unter dem Dach der NOZ Medien und mh:n Medien erscheinen viele Zeitungen und Magazine noch in Printform. Welche Rolle spielen sie (zukünftig) bei der digitalen Transformation eures Hauses?
Der Kern unserer Arbeit ist kanalunabhängig: exzellenter, glaubwürdiger und unabhängiger Journalismus. Das spiegelt sich auch in der täglichen Arbeit unserer Journalisten wieder - hier spielt immer die Geschichte/ der Artikel und nicht der Ausspielungskanal die entscheidende Rolle. Mit Blick auf unser Ziel bis 2025 250.000 digitale Abonnenten zu gewinnen, steht für uns in der NOZ Digital natürlich die Entwicklung von Produkten und Inhalten für digitalaffine Zielgruppen im Fokus.