Köpfe

Simona Caminada

Durchhalten und durchsetzen: Das lernte Simona Caminada nicht erst in ihrem B.A.-Studium in Zürich, wo sie ständig durch die Stadt eilen musste, um rechtzeitig vom Publizistik- zum Filmwissenschaftsseminar zu gelangen. Zwei Jahre lang wartete die zierliche Schweizerin aus dem 400-Seelen-Dorf Castrisch darauf, sich in der Hautfalte zwischen Daumen und Zeigefinger piercen lassen zu dürfen. Einen Tag nach ihrem 18. Geburtstag steckte das Schmuckstück in ihrer rechten Hand.

Egal, ob die 24-Jährige ihre Gedanken in ihren Muttersprachen Deutsch und Romanisch oder auf Englisch, Französisch und Spanisch formuliert – ihre Worte sind immer überlegt. Schon als Kind war Simona vom Journalismus fasziniert, den sie durch ihren Vater kennenlernte. Ging er auf Pressekonferenzen, durfte Simona die Kamera halten. Besichtigte er Aufräumarbeiten nach einer Lawine, nahm er sie an die Hand. Ihr Berufsziel war besiegelt. Erste Schreiberfahrungen sammelte sie bei einer romanischen Tageszeitung, weitere Stationen waren Radio- und Fernsehsender – unter anderem die schweizerische „Tagesschau“. Später möchte Simona Nachrichten genau so menschlich vermitteln wie ihr Vorbild, der Journalist André Marty. Die Ausdauer und Nerven dazu hat sie bereits.

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