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AUS DJF WIRD JIP

Das war das DJF #2: Gruppengefühl trotz Corona-Pandemie

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Am Ende hieß es nur noch „Trotz Corona…“. Trotz Corona konnten zwanzig Journalist*innen am zweiten Digital Journalism Fellowship (DJF) teilnehmen. Trotz Corona bildeten sich die Fellows erfolgreich in Themen wie Mobile Reporting, Data Journalism oder Design Thinking weiter. Und trotz Corona und wenigen Seminaren in Präsenz wuchsen sie in einem Jahr zu einer Gruppe zusammen.

Nach dem ersten erfolgreichen Durchgang 2018/2019 suchte der Bereich Weiterbildung der HMS ab Februar 2020 wieder deutschlandweit nach Journalist*innen, denen digitales Rüstzeug neben ihren journalistischen Kenntnissen wichtig war. Ein Jahr sollten die neuen Fellows in mehreren Seminaren in Hamburg lernen und selbst ausprobieren, was die Digitalisierung für ihre Branche bereithält. Die kostenlose Weiterbildung wurde erneut durch das Facebook Journalism Project unterstützt. Ein neuer Beirat aus namenhaften Medienschaffenden stand bereit, die ersten Dozierenden waren angefragt und das DJF-Team mit Prof. Dr. Alexandra Borchardt als neuer, journalistischer Leitung war damit beschäftigt, die zahlreichen Bewerbungen zu sammeln. Dann kam der erste Lockdown.

Von da an zeigte sich, wofür das „digital“ im Namen des DJF steht. Statt das Auswahlverfahren der Fellows durch den Beirat aufzuschieben, wurde es kurzerhand ins Digitale verlegt. Erfolgreich, wie die nächsten Monate zeigten. Die zwanzig neuen Fellows kamen aus allen Teilen Deutschlands; vom Land, aus der Hauptstadt, aus der Lokalredaktion oder aus der Chefredaktion großer deutscher TV-Sender.

Verschiedene Perspektiven und Biografien sorgten für angeregte Diskussionen in den Online- und Hybrid-Seminaren, die in den nächsten Monaten folgen sollten. Durch den Einsatz engagierter Dozierender, lernten einige Fellows vom heimischen Küchentisch aus, wie sie mit ihrem Smartphone kurze TV-Beiträge drehen oder einfache Programmiersprache anwenden können. Selbst für das Netzwerken und den wichtigen Austausch mit Expert*innen fand das DJF-Team eine Lösung: Digitale Q&A-Sessions brachten Größen der Branche wie den amerikanischen Journalismus-Professor Jeff Jarvis, die Chefredakteurin Digitales von ARD-aktuell Juliane Leopold oder den TikTok-Experten Charles Bahr in den DJF-Zoomraum. Auch hier kam wieder ein: Trotz Corona… trotz Corona und manchmal müden Augen vor dem Bildschirm klappte der Austausch mit den Gästen exzellent und brachte tolle Insights für die Fellows.

Die zweite Runde DJF war nicht nur digitaler, sondern auch internationaler denn je. So gaben beispielsweise Charlie Beckett von der London School of Economics, Jeremy Caplan von der City University of New York und Lucy Küng von der Universität Oxford Seminare im Rahmen des Fellowships.

Es gab im Verlauf des DJF hin und wieder auch ein „wegen Corona“: Wegen Corona führte das DJF-Team einen eigenen Newsletter ein, der einmal die Woche das DJF-Netzwerk auf dem Laufenden hielt. Bald wuchs die Zahl der Abonnent*innen und aus dem Format entwickelte sich ein gern gelesener Branchen-Newsletter, der über aktuelle Entwicklungen im Journalismus und in den Medien informierte. Zeitgleich entstanden die neuen YouTube-Formate „DJF: Insights“ und „DJF: Experts“. Besonderer Beliebtheit erfreute sich der neu aufgesetzte DJF-Podcast. Unter dem Namen „Medien.Macht.Meinung“ produzierte das DJF-Team nun regelmäßig Podcast-Talks. Für die Gespräche digital zugeschaltet waren u.a. die Journalist*innen Thilo Mischke, Dunja Hayali und Edition-F-Gründerin Nora-Vanessa Wohlert.

Ein letztes „Trotz Corona…“ folgte dann im Juni 2021. Zum Abschluss des zweiten DJF war eigentlich eine Reise nach Israel geplant. Diese fand aufgrund der Pandemie nun im Kliemannsland statt, dem Kreativhof des YouTubers und Unternehmers Fynn Kliemann, mitten im Nirgendwo zwischen Bremen und Hamburg. Auf dem platten niedersächsischen Land kamen dann noch einmal fast alle Fellows, das DJF-Team, Gäste und Wegbegleiter zusammen und hatten - trotz Corona - eine gemeinsame Abschiedsreise, die sie noch einmal mehr zusammengeschweißt hat. Das nächste Wiedersehen ist schon in Planung. Wer weiß, vielleicht dann endlich wieder auf dem Gelände der HMS.

(Fotos: HMS/Andrea Pauly)

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