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Von der Hamburg Media School zum Seedfunding – Wie es zum Mobility Startup SMAFO kam

von FREDERIKE WETTENGEL am 23.09.2022

Smafo

Von der Hansestadt zum Elektrorad. Ganz kurz gesagt ist das die Geschichte des 2018 gegründeten E-Bike Startups SMAFO. Das geschah aber nicht aus heiterem Himmel. Die beiden Gründer André Thiele und Sven-Ulrik Schneider besuchten vorher das Online Marketing Manager-Programm der Hamburg Media School (HMS). Dort eigneten sie sich nicht nur ein Skillset an, welches ihnen bei der Gründung und dem Aufbau von SMAFO half, sie entwickelten auch die eigentliche Geschäftsidee.

Vor der HMS hatten beide schon mal gegründet. Der Eine im Automobil-, der Andere im Immobilienumfeld. Doch beide strebten nach beruflicher Veränderung in ihrem Leben. Die HMS bot für sie die Möglichkeit zur persönlichen Weiterentwicklung. Denn beide wussten, wer im Leben still steht, verliert die Lust am Gestalten.

Weil Stillstand auch in gesellschaftlicher Hinsicht nichts Gutes ist, kam ihnen die Idee zu SMAFO. Zuerst war der Gedanke aus SMAFO eine App-basierte Sharing Plattform zu machen, über die Privatleute ihre nicht genutzten Fahrräder vermieten können.
Bald kam man jedoch zum Schluss, dass man es selber anpacken muss. Mit eigener Radflotte und eigenem Mietsystem. Deshalb wurde SMAFO zum ersten Anbieter eines E-Bike Abos in Deutschland.

Denn Schneider und Thiele waren sich sicher: Nur das E-Bike besitzt in Deutschland die Kraft, persönliche Mobilität zu verändern. Weg vom Auto, hin zum aktiven Fahren. Bloß eben ohne Anstrengung. Der Zugang musste aber einfach und sorgenfrei sein. Deshalb das Abo-Modell mit inkludiertem Service.

Fast forward: Heute ist SMAFO ein Anbieter von smarten E-Bikes mit App, die unter eigener Marke vertrieben werden. Die App ist ein wichtiger Bestandteil des Produktes Mobilität bei SMAFO. Denn durch sie gibt es einen direkten Kanal zu den Kundinnen und Kunden und erhöht so die Kundenbindung. Das Hauptgeschäft läuft D2C, über den Webshop. Doch am Firmensitz in Paderborn gibt es auch einen Brandstore, um den Markentrust zu erhöhen und auch um Erfahrungen im Einzelhandel zu sammeln.

Einzelhandel ist dabei ein gutes Stichwort. Denn SMAFO hat nur ein E-Bike Modell. Getreu dem Motto “Ein E-Bike für alle” gibt es das aktuelle SMAFO 3 nur in zwei Rahmenvarianten und zwei Farben. Das funktioniert, weil die E-Bikes so entworfen sind, dass sie für Menschen zwischen ca. 160 cm und 200 cm Körpergröße gut fahrbar sind.

SMAFO war lange Zeit bootstrapped. In 2021 entschied man sich zu einem Crowdfunding und sammelte knapp 700.000 Euro ein. So konnte das Startup schneller wachsen, als durch eigene Umsätze möglich. 2022 hat SMAFO eine erste Finanzierungsrunde mit dem Early Growth Investoren ENGELHARDT KAUPP KIEFER & Co. aus Stuttgart abgeschlossen.

Schneiders Tipp für alle, die mit einem eigenen Startup liebäugeln: Erst eine Institution wie die Hamburg Media School besuchen und dann gründen. Da ein Startup gründen nicht nur eitel Sonnenschein ist, ist es wichtig, sich den richtigen Mitgründer auszusuchen, besonders für schlechte Zeiten. Und den hat er mit André Thiele ganz offenbar gefunden.

In der Nachschau war für Schneider und Thiele das wohl größte Learning bei der Hamburg Media School, dass CLV (Customer Lifetime Value) wichtiger als CAC (Customer Acquisition Cost) ist.


Der Fokus auf den Zugang zu Kundinnen und Kunden, als auch deren Bindung in Zeiten von digitalen Gatekeepern wie Google, Amazon und Facebook ist nicht nur für den Vertrieb wichtig. Denn auch der Service von Bestandskunden und -Kundinnen kann mit eigenen Kommunikationswegen besser gelöst werden und zeigt, wie gutes Customer Relationship Management aussehen kann.

Wer das Wort E-Bike hört, denkt zuerst an ein Fahrrad. SMAFO aber dachte das Konzept der modernen Mobilität direkt weiter und entwickelte ein digitales Geschäftsmodell für den stattfindenden Modal Shift in unserer Gesellschaft.