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PRAXIS / PRAKTIKA

Wieso New York wenn man auch nach Shanghai kann?

von CHRISTINE KREUZKAM am 07.09.2015

Text von Anna Lehmann

Ich bin für drei Monate in China und mache hier ein Praktikum bei der Managementberatung Constellations-International in Shanghai. Constellations unterstützt hauptsächlich Organisationen bei ihrer Projektentwicklung in China in den Bereichen Nachhaltigkeit, soziale Innovationen und Stadtentwicklung.

Das Bild ist kurz nach meiner Ankunft entstanden. Eigentlich waren alle Leute angehalten zuhause zu bleiben, da ein relativ starker Taifun erwartet wurde. Ich allerdings war draußen unterwegs für mein erstes Projekt. Ein deutscher Automobilhersteller brauchte noch mehr Bilder für eine neue iPad Kampagne seines Hybrid-Sportwagens. Unterstützend half ich dem Fotografen Jan Siefke draußen ein paar gute Aufnahmen von dem Wagen einzufangen.
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Die Tür zur WG in Shanghai

Auf diesem Bild sieht man die Haustür von meiner WG. Auf den rot-goldenen Banderolen stehen Glückwünsche. Jedes Jahr zum Frühlingsfest werden diese ausgetauscht und durch neue ersetz. Sie sollen dem Haus und den Hausbewohnern Glück bringen.Unsere WG ist sehr international. Wir sind zu viert. Ein Mädel aus Neuseeland, eins aus Frankreich und ein chinesischer Junge, der in den Niederlanden aufgewachsen ist. Für Shanghaier Verhältnisse - und auch Hamburger - ist die Wohnung riesig. Sie geht über zwei Etagen und hat eingroßes Wohnzimmer.

Am meisten genieße ich den Luxus eine Ayi zu haben. Das ist das chinesische Wort für Haushaltshilfe. Sie kommt einmal in der Woche und macht die komplette Wohnung sauber, auch unsere Zimmer. Generell wohnt man in Shanghai meistens in Wohnanlagen, die ein bisschen an Urlaubsresorts erinnern. Am Eingangstor zur Anlage gibt es einen Security Man, der alles im Blick hat.
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Appartment im 21. Stock - Überblick inklusive

Meine Aussicht von meinem Bett. Die Wohnung ist im 21. Stock. Daran muss man sich erst einmal gewöhnen. Der Aufzug ist relativ alt und braucht deswegen gefühlt ewig. Ich bete auch jedes Mal, dass er nicht stecken bleibt. Weil die Luft in Shanghai recht schlecht ist, gibt es meistens neben der Klimaanlage noch einen sogenannten Air Purifier (also einen Luftreiniger).

Ich wohne bei der Metro Station Jiaotong University. Hier gibt es realtiv viele kleine Bars, Restaurants und in der Nacht jede Menge Streetfood-Stände. Bis zur Arbeit, an der South Shaanxi Road, sind es nur zwei Stationen mit der U-Bahn.
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Auch kulinarische Abenteuer gehören dazu

Normalerweise ist das Essen in China super gut! Deswegen ist mir dieses Mittagessen auch sehr in Erinnerung geblieben. Es war leider in den gesamten drei Monaten das schlechteste, was ich gegessen habe. Ich war zu Besuch in der Kantine des Gongyi Xintiandi (The Nest). Das ist ein Co-Working Space für „Social Innovation Developement“. Ich habe hier Pan Tao besucht, einen „Social-Entrepreneur“. Die Arbeit mit ihm ist eines meiner größeren Projekte im Rahmen des Praktikums. Ziel ist es, eine Pitch-Präsentation zu erstellen, um Corporate Partnerschaften aufzubauen. Zusammen haben wir an einem passenden Business Model und einer Value Proposition für seine Initiative gearbeitet.
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Der Schrebergarten ist ein Deutsches Gut? Von wegen...

Pan Tao’s Idee ist es, eine Art Schrebergarten in China zu etablieren. Er hat in Chemnitz studiert und dort zum ersten Mal einen Schrebergarten gesehen. Ihn hat das Konzept begeistert und zusammen mit seiner Frau hat er ein bisschen außerhalb von Shanghai die erste Schrebergarten Kolonie, die Ecoland Farm, gegründet. Mittlerweile gibt es knapp 400 Mitglieder und eine enge Gemeinschaft. Pan Tao möchte seine Farm gern dazu nutzen, Wissen über Nachhaltigkeit zu teilen und auszutauschen. Unternehmen und Organisationen können bei Besuchen, Motivationstrips oder im Rahmen von Executive Learning Programmen zur Farm kommen. Dort können Teambuilding-, Weiterbildungs- oder Programme zur kulturellen Orientierung stattfinden. Diese sollten sich um das Thema ökologische, ökonomische und soziale Nachhaltigkeit drehen im Kontext von Deutsch-Chinesischer Zusammenarbeit. In Form von Workshops soll der Austausch zwischen den Experten und den Teilnehmen zum jeweiligen Thema stattfinden.

Ende September werden wir den ersten Pilot-Workshop starten.
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Glückwunschkarte mal anders: Kohlrabi mit Botschaft

Von einem Tag auf den anderen gab es diese Gemüse auf einmal zu kaufen. Es ist ein Kohlrabi, aber komischerweise wussten nicht einmal die meisten meiner chinesischen Freunde was das ist. Er wächst in einer Form zur Frucht heran und erhält dadurch diese Prägung. Man kann das Leuten schenken, um Ihnen Glück zu wünschen.Alles in allem bin ich super froh, dass es geklappt hat ein Praktikumsplatz in Shanghai zu finden und auch, dass es in letzter Minute noch mit dem Visum gepasst hat. Ich hab sehr viel gelernt was Arbeit zwischen/mit zwei verschiedenen Kulturen angeht. Aber auch Erfahrung gesammelt wie es ist in einem sehr kleinen Unternehmen zu arbeiten. In Deutschland war ich jeweils bei großen Unternehmen tätig. Und eine weitere Punkt, der mir wichtig war: Ich habe Erfahrung auf Agenturseite gesammelt. In meinen vorangegangenen Tätigkeiten war ich immer auf Klientenseite.
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Happy in Shanghai

Cheers oder besser "ganbei" auf ein gelungenes Praktikum.