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Zu Gast beim Marketingclub Hamburg

von MELANIE PEI-SHU SUM am 02.03.2017

Vergangenen Montag waren wir – mit „wir“ meine ich meine Wenigkeit und das Team aus Kelly Nodler, Hanna Rothacher, Laura Sarau und Pascal Stefan – zu Besuch beim Marketingclub Hamburg. Nicht einfach nur als Gäste, allerdings. Sondern als Vortragende.

Aber von Anfang an. Das Team ist das Team aus dem letzten Trimester. Wir haben uns mit dem Thema Distributed Content beschäftigt, dazu gibt es hier und hier bereits Beiträge. To make a long story short: Wir dachten, nach der externen und internen Präsentation unseren Praxisprojekts (in dieser Reihenfolge) sei das Thema abgeschlossen. Irrtum.

Abgesehen von einer Einladung aus dem Greenhouse, unseren Projektpartner, kam auch Prof. Rott auf uns zu: Der Marketingclub Hamburg habe ihn angesprochen, ob die Hamburg Media School nicht einen Vortrag über coole, spannende Social Media-Themen halten wolle. Da habe er sofort an uns und unsere Präsentation vom letzten Trimester denken müssen.

Wow, dachte ich in diesem Moment. Dieser Vorschlag kam unerwartet. Man fühlt sich schon ein wenig geschmeichelt, das gebe ich offen zu. Natürlich passte es einfach thematisch und etwas von Studenten vortragen zu lassen, ist als Universität ja auch eine elegante Lösung. Nichtsdestotrotz haben sich alle im Team gefreut und es stand eigentlich sofort fest, dass wir das machen würden.


Wie sich im Laufe einiger Treffen mit Prof. Rott und Lisa Wolter herausstellte, würden wir allerdings nicht einfach unsere alte Präsentation 1:1 übernehmen können. Die Folien mussten an ein neues Publikum angepasst werden, das wenig mit Instant Articels oder Live-Formaten zu tun hat. Wir hatten es nicht einmal mit Medienhäusern zu tun und mussten ein wenig die Perspektive wechseln. Und, die wohl größte Herausforderung: Wir hatten 20 Minuten Zeit.

Als ich diese Angabe hörte, musste ich ein kurzes Auflachen unterdrücken. Damals im Greenhouse haben wir eineinhalb Stunden präsentiert. Für die interne Präsentation wollten wir unsere Kommilitonen nicht ganz so lange festhalten und uns an die Vorgabe von 50 Minuten halten, was dann immerhin eine Stunde wurde. Und jetzt also 20 Minuten? Puh, ehrgeizig.

Wir haben uns also einen netten Abend gemacht, Anpassungen besprochen und Gedanken ausgetauscht. Es fühlte sich wirklich an, als sei überhaupt keine Zeit vergangen seit dem letzten Treffen in dieser Runde. Aufgrund der kurzen Zeit beschlossen wir außerdem, dass nicht alle fünf Personen vortragen sollten. Bei 20 Minuten und fünf Sprechern würde das doch sehr unruhig werden, überlegten wir uns, daher sollte es nur 2 Vortragende geben. So weit, so gut.
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Am 27. Februar war es dann so weit. Nach und nach trudelten wir alle im Mindspace Hamburg ein. Der tatsächliche Vortrag würde um 19 Uhr starten, doch wir waren bereits um 18 Uhr vor Ort, um uns alles anzuschauen, die Technik zu kontrollieren und uns in Ruhe vorzubereiten. Auch Prof. Rott und Lisa Wolter gesellten sich zu uns, die ebenfalls an dem Tag sprechen sollten. Die Vorbereitung des Raums war noch in vollem Gange und wir beobachteten interessiert und ein wenig irritiert, wie rollende Bürostühle nebeneinander zu Publikumsplätzen wurden. Das konnte ja heiter werden, wenn die Zuhörer während des Vortrags hin- und herrollten… Sehr zu unserer Enttäuschung gab es auch keine Häppchen, wie angekündigt. Stattdessen bekamen wir Kokoswasser, das – mit Verlaub – wirklich scheußlich schmeckte. Ich habe es nicht austrinken können und mich mit normalem Leitungswasser begnügt.

Mit der Zeit füllte sich der Raum und wir bekamen Plätze ganz vorne, etwas am Rand, sodass uns alle sehen konnten. Ein wenig Aufregung ließ sich nicht leugnen, immerhin würden wir auch direkt nach Thomas de Buhr, dem Deutschland-Chef von Twitter sprechen! Die Erwartungen schienen groß zu sein und immerhin war es unsere erste externe Präsentation dieser Art – nicht vor einem Kunden, sondern vor unbekannten Gesichtern. Ja, Aufregung war da.
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Schließlich ging es los und Thomas de Buhr berichtete von Twitter. Konkreter Start der Präsentation: Was ist ein Hashtag? Ich war überrascht, ich hatte etwas ganz anderes erwartet. Ich wartete die ganze Zeit darauf, dass neue, tiefere Themen angeschnitten wurden. Fehlanzeige, es blieb bei einer simplen Vorstellung von Twitter. Die Aufregung legte sich schlagartig. Halb erleichtert, halb ernüchtert verfolgte ich den Vortrag. Ich hatte sogar einmal eine Hausarbeit über Twitter und dessen Geschäftsmodell geschrieben. Es war nicht das geringste Neue für mich dabei. Dieser Start war aber insofern gut für uns, als dass es leichter für uns werden würde, das Publikum zu beeindrucken, so dachte ich mir im Geheimen.

Thomas de Buhr musste nach seinem Vortrag recht schnell weg, Lisa Wolter übernahm und erzählte von einer Studie der Hamburg Media School, die sie gemeinsam mit der Twitter Inc. durchgeführt hatten. Dann waren wir dran. Show-Time!

Im Nachhinein wünsche ich mir, dass wir als diejenigen, die nicht selbst auf der Bühne standen, uns unters Publikum gemischt hätten. Wir hatten zu Beginn bereits einige bekannte Gesichter aus der Uni gesichtet und später, nach dem Vortrag, stießen sie zu uns und erzählten von den Reaktionen um sich herum. Ein Raunen sei durch das Publikum gegangen, nachdem wir mit dem Statement „Es gibt keine Zukunft für die Homepage“ eröffneten. „Nein, das kann gar nicht sein“ hätte es im Laufe des Vortrags immer wieder geheißen oder ungläubiges Kopfschütteln und tiefes Einatmen von verschiedenen Seiten. Von unserer eigenen Position aus, vorne an der Bühne, haben wir leider nur wenig von diesen Reaktionen mitbekommen. Schade… Ich hätte es zu gerne direkt gesehen.

Jedenfalls gelang es uns tatsächlich, ein wenig Eindruck zu hinterlassen. Unser Vortrag war der Abschluss des Abends und nachdem wir geendet hatten, kamen viele Leute auf uns zu, lobten uns für die Arbeit und verwickelten uns in Gespräche. Auch die eine oder andere Visitenkarte wurde uns zugesteckt. Prof. Rott wirkte ebenfalls sehr zufrieden und wir waren es auch. Ein erfolgreicher Abend.
HMS Mindlab Feb2017