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Ein Ostersamstag im Lindor-Koma

von JONATHAN BENIRSCHKE am 16.04.2020

Dieser Ostergruß ist in jedem Fall mit einem Augenzwinkern zu lesen und zu verstehen.

Ostern 5

Beweisfoto der maßlosen Nascherei

Es ist Samstag, der unbedeutende Tag des Leidenstriduums, zwischen dem kummervollen Karfreitag und dem opulenten Ostersonntag. Ich sitze in einem Sonnenlicht durchfluteten Altbauzimmer. Es ist 15 Uhr und etwa 15 leere Lindor-Eierpapiere liegen rechts neben meinem Laptop. Moment… jetzt sind es 16. Ich bin in Kiel, bei meiner Freundin und aus dem Zimmer der Mitbewohnerin wummern sommerliche Technobeats. Jede und jeder von uns hier in der Wohnung hatte in hypochondrischer Manier schon rund drei Mal Corona, doch die Stimmung ist trotzdem ausgelassen.

Wenn ich die Nachrichten einschalte, bereite ich mich immer schon auf weitere Schreckensmeldungen vor - so süchtig wie nach den verdammten Lindor-Eiern kann man auch nach den neuesten Analysen von Drosten, Kekulé und Co. werden. Ganz unvorbereitet hat mich dann das Ausscheiden von Bernie Sanders aus dem Präsidentschaftsvorwahlkampf der Demokraten erwischt – inmitten einer doch sehr coronalastigen Berichterstattung. Um der Frustration entgegenzuwirken, haben wir zum Auftakt des glorreichen Auferstehungstriduums lustige Aktivitäten geplant.

Statt Ostereier zu suchen, werden wir am Ostersonntag – natürlich zu Ehren Jesu Christis phänomenaler Auferstehung – eine Shot(s)suche in der der Wohngemeinschaft veranstalten. Das gute Wetter, die steigenden Aktienkurse und der Alkoholpegel werden uns mit Sicherheit ein besinnliches Osterfest bescheren. Ich mache mir also keine Sorgen darüber, dass wir während der Isolationszeit keine Beschäftigung haben. Im Zweifel erörtern wir dann den Zusammenhang zwischen Eiern, Hasen, Schokolade und Judas – falls es da einen gibt. Frei nach Hippolytus von Rom kann man auch die ganze Nacht wach bleiben, sich ordentlich begießen und den Sonnenaufgang anschauen.

Okay, im Original heißt es: „Alle sollen daher bis zur Morgenröte wachen, dann ihren Leib mit Wasser waschen, bevor sie Pascha feiern, und das ganze Volk sei im Lichte“. Diese Order kommt wohl im wahrsten oder unwahrsten Sinne von ganz oben – als guter Katholik kann ich nur sagen: „Amen, Chef“. In eben jenem wahrsten Sinne ist es wohl so, dass sich in meinen 27 Lebensjahren nichts geändert hat. Doch nun mischen sich langsam die Technobeats mit einem Klingelton aus dem Laptop. Ich esse jetzt fix noch ein Schokoladenei – wirklich das Allerletzte – dann geht’s auf in die nächste Zoom-Konferenz.


Ich wünsche euch allen ein fröhliches Osterfest.

Lasst Jesus in eure Herzen anstelle des Covid-19-Wahnsinns!