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„Mit Klarheit für dein inneres System findest du den Weg, der für dich passt“

Carolin von Cube Foto Urte Sturm 17e131551a3954a0c8bd7ff6bf1c504a

Caro von Cube ist als systemische Coach - spezialisiert auf Purpose- und Empowerment-Themen - Teil des JIP und möchte gemeinsam mit den Fellows individuell die Werte, Talente und Stärken definieren. Denn nur so, sagt Caro, beginnt anschließend das eigene Licht zu strahlen. Was das bedeutet, verrät sie in diesem Interview.

Du bist Purpose- und Empowerment-Coach – was ist das genau?
Mich interessieren Menschen und ihre Geschichten. Als zertifizierte systemische Coach helfe ich beispielsweise dabei, die eigenen Stärken zu finden, Werte zu definieren und das eigene System zu verstehen – ohne dabei ein „Business Coaching“-Label zu platzieren oder einzelne Lebensbereiche abzugrenzen, denn für Klarheit und nachhaltige Zufriedenheit ist es wichtig, das große Ganze zu sehen. Wenn für die gesamte Basis erst einmal Klarheit eingezogen ist, vielleicht die eine oder andere Blockade oder begrenzende Glaubenssätze aufgespürt und gelöst sind, lassen sich Entscheidungen viel leichter treffen. Häufig wird an diesem Punkt schon viel mehr echtes ICH-Gefühl spürbar - eine optimale Ausgangslage, um authentisch und selbstbewusst für neue Projekte oder das eigene Business loszugehen. Ich bin ganz sicher, dass die Arbeits- und Lebensqualität, die Ergebnisse und der Erfolg, aus jeder Perspektive betrachtet, maximal gewinnen, wenn wir alle das tun, was zu uns passt und was unserem Purpose entspricht. Ich glaube, wenn das ganz normal wäre, wäre die Welt eine bessere! Doch wie findet man diesen Weg? Die Antwort darauf ist individuell und ich helfe bei der Suche danach. Es geht in meinem Coaching etwa darum, durch Perspektivwechsel und gezielte Übungen Dynamiken im Außen, in Beziehungen oder Teams abzubilden, mögliche Konflikte (innen & außen) zu beleuchten, sich selbst in allen Facetten besser zu verstehen. Die eigenen inneren Anteile und Persönlichkeitsmerkmale kennenzulernen, darüber wieder Zuversicht zu spüren und Sinn in seiner Arbeit und auch im Leben zu finden – all das kann auf dem Weg zu innerer Balance und Work/Life-Zufriedenheit unterstützen.

Orientierung im Leben und Job ist wichtig – wie geht man vor?

Zunächst ist eine Bestandsaufnahme nötig. Was brauche ich, was fühle ich gerade? So lässt sich ein Zugang zur eigenen aktuellen Gefühlslage legen. Denn wenn wir unzufrieden sind, fehlt uns manchmal genau dieser Zugang zu der Antwort auf „Wie geht es mir momentan?“. Oft rennen wir einfach los, ohne uns vorher zu fokussieren und zu fragen: Wo wollen wir eigentlich hin? Durch mein Coaching können etwa Gründer*innen und Medienmenschen - insbesondere all die, die in dynamischen Umfeldern, im lauten Außen und in sehr hoher Taktung unterwegs sind, sich selbst ein kleines Geschenk machen: Sich selbst dabei nicht aus den Augen zu verlieren, regelmäßig in die Reflektion und Verbindung zu finden und so eine kleine Reise zum Ich antreten, um zu verstehen, was uns wirklich strahlen lässt und was uns damit auch die nötige Kraft gibt, Großes zu erreichen. Das ist im Leben genauso wichtig wie im Job.

Wie kann ich mich richtig fokussieren, ohne kopflos in die Arbeit zu starten? Gerade als Gründer*innen ist das sicher schwierig.

Ja, ich coache viel im Marketing-, Startup- und Medienbereich und weiß daher genau, was Gründer*innen beschäftigt – und wo es manchmal auch hakt. Trotzdem ist jeder individuell. Wir müssen nicht alle unseren Job lieben, um voller Sinn und Selbsterfüllung zu strahlen, um nachhaltig glücklich zu sein. Auf der Suche nach dem eigenen Purpose gehts nicht darum, dass wir - haben wir ihn einmal gefunden - nun alle unsere Jobs an den Nagel hängen und unser Herzensbusiness gründen, weil wir nur dann glücklich sein können! Einige stellen im Prozess fest, dass ein „okayer“ Job vollkommen ausreicht, wenn Grundbedürfnisse wie Miete und Versorgung gesichert sind. Das ist dann der Sinn und Zweck ihrer Tätigkeit und Inspiration, Ausleben von Zugehörigkeit, Teamgefühl, Selbstbestimmung oder Kreativität finden unter Umständen und nach individueller Priorität in anderen Lebensbereichen statt. Es geht um die totale Klarheit darüber, das Verständnis des eigenes Systems und die Selbstwirksamkeit dabei. Ich für mich kann mit Sicherheit sagen, dass ich nicht dafür gemacht bin, viel Zeit mit einer Aufgabe zu verbringen, die sich sinnlos anfühlt. Ich wäre immer auf der Suche, wäre nicht mit Leidenschaft dabei, würde Stück für Stück eingehen. Da sind wir aber alle unterschiedlich - das Rezept zum Glücklichsein lautet somit für mein Gefühl: Schaue und fühle genau hin, setze dich tief mit dir, deinem System, deinen Wünschen und Visionen auseinander. Mache dich auf die Suche nach deinen Antworten auf die großen Fragen und fokussiere dich auf dich, fernab von äußeren Erwartungen, Ratschlägen oder Meinungen. Mit diesem Wissen und totaler Klarheit für dein inneres System findest du den Weg, der für dich passt! Genau diesen Prozess begleite ich und helfe dabei, wieder den Fokus in Leben und Job zu finden.

Unzufriedenheit kann uns auch manchmal richtig stressen. Wie lauten deine drei Tipps dagegen?

Stress kann unterschiedliche Gründe haben - ganz egal in welchem Kontext wir Stress spüren, es hilft immer:

#1 VERSTÄNDNIS: Sich bewusst mit dem Gefühl auseinander zu setzen, anstatt weiter zu powern und über Grenzen zu gehen, bevor es zu spät ist. Besonders hilfreich ist dabei, eine Verbindung zu sich selbst herzustellen, zu fragen, welche Gefühle sich gerade bemerkbar machen, welche Gedanken und Überzeugungen immer wieder aufflackern und was in diesem Moment gebraucht wird.

#2 AUSGLEICH: Wichtig ist bei Stress auch immer ein Ausgleich, eine Kompensation, wenn wir schwierige Situationen erleben und durchlaufen. Was lässt das Karussell im Kopf langsamer drehen? Frische Luft, Bewegung, eine schöne Verabredung oder Wellness? Bewusst definierte Inseln, die frei bleiben für Me-Time, Ruhe oder einfach nur sein…

#3 REFLEKTION: Der dritte und vielleicht auch wichtigste Punkt ist die Reflektion. Ich muss den Stress und Stresssituationen verstehen. Warum stressen mich bestimmte Dinge und Ergebnisse? Welche Rolle hat der Stress – hilft er mir vielleicht auch in bestimmten Situationen? Was tut er für oder gegen mich? Sitzen hier vielleicht übernommene Glaubenssätze unserer Eltern/Großeltern? Diese Fragen würde ich ergründen, um im Bewusstsein darüber aktiv andere Wege zu gestalten.

Wie arbeitest du mit den JIP-Fellows und was sind deine Schwerpunkte?

Es geht beispielsweise darum, mit den Fellows individuell herauszufinden, wo sie hinwollen, Strukturen und Möglichkeiten zu beleuchten und das eigene System zu verstehen. Von der Metaebene gemeinsam drauf zu schauen und zu sortieren kann besonders dann hilfreich sein, wenn man selbst vor lauter Ideen, Ratschlägen und Optionen gar nicht mehr so richtig weiß, wo man selbst hin möchte. Manchmal hilft es, einfach auch nur den Raum dafür zu halten, was sich vielleicht auch auf dem Weg an Themen und Ängsten entwickelt hat, was einfach mal ausgesprochen und dann gemeinsam eingeordnet werden möchte. Welche Werte sie als Unternehmer*in haben, was ihr Purpose ist und wie sie ihre Ziele erreichen wollen. Wir sprechen dabei auch über Herausforderungen, mit welchen Bereichen sie struggeln. Das muss nicht unbedingt etwas mit Gründung und Job zu tun haben. Von der Familienplanung bis zur nervigen Buchhaltung ist alles thematisch möglich und oft zeigen sich nach gezielten Fragen auch wiederkehrende Muster oder manifestierte Überzeugungen, so dass Reframing oder das bloße Bewusstsein dafür, Abhilfe schaffen können. Es geht mir darum, zu schauen, warum z.B. die Buchhaltung nervig ist und wie wir das ändern können. Oder warum wir bei Pitches nicht gerne nach vorne treten. Denn wenn wir das wissen, können wir daran arbeiten, uns selbst in den Lösungen stärken und dann glücklich auf die Bühne gehen oder uns locker an die Geschäftszahlen setzen oder die Familienplanung mit dem Unternehmen in Einklang bringen. Denn es geht um eine Work-Life-Zufriedenheit.

Die Coaching Sessions, die wir im Rahmen des JIP umsetzen können, sind natürlich nicht mit einer längeren Prozessbegleitung vergleichbar und wir versetzen keine Bäume. Aber ganz häufig sind es genau diese kleinen Impulse, die gestärkten Ressourcen (die da sind, aber ganz vergessen wurden), oder einfach ein Blick von Außen, was für den Moment genau das Fünkchen Empowerment zündet, Verständnis oder Inspiration liefert, um mit mehr Kraft, Klarheit, Leichtigkeit und Freude in die nächste Runde zu steuern!