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INTERNATIONALES / REISEN

Japanische Startups und deutscher Boden

von PHILIPP HOLZ am 13.05.2015

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Smart News

Mit den noch frischen Eindrücken vom vergangenen Tag, starten wir in einen Weiteren, an dem uns gleich drei neue Unternehmensbesuche bevorstehen.

Das erste ist Smartnews. Eine Nachrichten App, die 2013 auf dem japanischen Markt erschienen ist und den Schwerpunkt auf das Entdecken von neuen Nachrichten gelegt hat. Sie ist zur Zeit die wichtigste japanische Nachrichten App und weist täglich 4Mio aktive User auf.

Die App durchsucht, durch einen selbst entwickelten Algorithmus, das Internet nach Buzzwords, Teil-Raten und anderen Faktoren, um die wichtigsten Artikel herauszufiltern. Diese werden dann in einer optimierten mobilen Ansicht dem User angezeigt. Der Content kommt dabei von den mehr als 100+ Partnern, die bereits Welt weit bekannt sind. Unter anderem bestehen dabei Partnerschaften zu Vox News, Huffington Post, Reuters, Times und Vice.

Unser zweites Ziel war Goodpatch, ein junges Startup, dass es sich zur Aufgabe gemacht hat den japanischen mobile User Interface Markt umzukrempeln. Der Gründer Jason erkannte nach einer Reise in das Sillicon Valley, dass japanischen Designkonzepte in der Regel sehr konservativ sind und ein geringes Maß an Innovation besitzen. Er nahm den amerikanischen Unternehmer-Spirit mit nach Tokio und gründete. Mit Erfolg! Heute erhalten Sie täglich mehr Aufträge, als sie bearbeiten können. Unter anderem haben Sie Apps wie Mery, SoftBank, Gunosy und Pathee entwickelt.

Goodpatch konzentriert sich vor allem auf das designen von Smartphone und Apple Watch Apps, übernimmt aber je nach Wunsch auch die Programmierarbeit fürs Backend und die Implementierung. Um ihre eigene Arbeit zu erleichtern hat Goodpatch "Prott" entwickelt, um schnell und einfach einen klickbaren App-Prototypen zu erstellen.

Unser letzter Termin führt uns zur Deutschen Botschaft in Tokio. Nach einer kurzen Passkontrolle befinden wir uns wieder auf deutschen Boden und es macht sich ein leichtes Gefühl von Heimat breit. In der Botschaft erfahren wir mehr über die Medienwelt Japan und die politische Situation. Trotzdem Japan ein hoch digitalisiertes Land ist, ist die Auflagenzahl der Zeitungen immer noch sehr stark. Die größte Zeit "Yoniku" besitzt eine Auflage von über 9Mio und erscheint zwei Mal täglich. Das abendliche Fernsehprogramm unterscheidet sich auch sehr von dem Deutschen. Nach 20Uhr laufen hier überwiegend Sendung mit einem bildenden Hintergrund, gemischt mit Entertainment.

Geschafft von dem lagen Tag treffen wir uns mit Johnny von Konica Minolta zum Abendessen in der Nähe von unserem Hotel. Bei einem traditionellen japanischen Menü lassen wir den Tag noch einmal revue passieren und genießen ein paar Gläser Sake.