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JOURNALISM INNOVATORS PROGRAM

„Das JIP unterstützt dabei, Ideen zu verwirklichen und neue Impulse zu finden“

Ulrike Dobelstein Luethe

Ulrike Dobelstein-Lüthe ist die Leiterin des Journalism Innovators Program, das im Oktober 2022 in die zweite Runde startet. Das Bewerbungsverfahren ist ab sofort geöffnet. Die HMS sucht dafür Journalist*innen und Content-Creator*innen, die Ideen haben. In der kostenlosen halbjährigen Weiterbildung können die Teilnehmenden diese dann auf ein neues Level heben. Was im JIP passiert, an wen es sich richtet und warum Ideen und Innovationen im Journalismus wichtig sind, erklärt Ulrike im Interview.

Was bietet das Journalism Innovators Program Journalist:innen, Medienschaffende und Content-Creator:innen?
Wir suchen Journalist*innen und Content-Creator*innen, die Ideen haben. Beim JIP können sie diese umsetzen, weiterentwickeln oder daraus reale Projekte entstehen lassen. Wem also etwas im Kopf herumspukt, das er oder sie schon immer realisieren wollte, ist bei uns im JIP genau richtig. Denn wir bieten eine halbjährige Weiterbildung unter anderem mit Seminaren zu Design Thinking, Strategieentwicklung, Projekt- oder Produktmanagement, Budgetierung und vor allem auch Pitchtraining an, um die Innovationen wahrwerden zu lassen. Und das Beste: Das JIP ist kostenfrei!

Wie ist das JIP genau aufgebaut? Worauf liegt der Fokus?

Das JIP besteht aus vier Phasen, die aufeinander aufbauen. Phase 1 beschäftigt sich mit den Grundlagen von Innovationen: Was macht innovative Geschäftsmodelle besonders erfolgreich? Löst deine Idee ein Problem? Für welche Zielgruppe willst du ein Produkt oder Format entwickeln? In dieser Phase gibt es Seminare wie etwa Innovationsmanagement mit Dmitry Shishkin. Dmitry ist ein internationaler Experte für die Bereiche Digitale Strategien und Transformationen. Vor seiner Selbstständigkeit hat er viele innovative Prozesse bei der BBC verantwortet und weiß genau, welche Bedürfnisse sowohl Intra- als auch Entrepreneure haben.

Phase 2
ist dann der eigenen Idee verschrieben. Hier geht es um deren Verbesserung und Konkretisierung: Denke im Produkt, befrage potentielle Nutzer*innen und arbeite deine Idee aus. Wie ist der ideale Pitch aufgebaut? Seminare wie Design Thinking, Product Field oder eben Pitchtraining zeigen den Teilnehmenden sehr schnell, wo es noch Baustellen gibt und wie man diese auflösen kann. Wenn diese Hürden genommen sind, geht es an die Strategie und damit auch an den richtigen Verkauf der Ideen.

Phase 3
ist die Strategiephase. Hier klären die Teilnehmenden folgende Fragen: Was ist dein Geschäftsmodell? Wie überzeugst du Stakeholder im Unternehmen oder Investor*innen? In dieser Phase wird die Gruppe in Entrepreneure und Intrapreneure geteilt, um den unterschiedlichen Ansprüchen gerecht zu werden. Expert*innen wie Tom Klose oder Dr. Kerstin Fröhlich arbeiten intensiv mit den Fellows an den letzten Schritten ihrer Projekte, um diese erfolgreich auf den Markt zu bringen.

Nach 6 Monaten steht am Ende das Testen, Finetunen und vor allem auch das Präsentieren vor einem Publikum. In Form eines Bootcamps, in dem die Fellows drei Tage lang alles noch mal individuell mit verschiedenen Dozierenden durchgehen können, bereiten sie den Endpitch vor. Dieser findet öffentlich statt. Hier bekommen die Fellows eins zu eins Feedback von Personen, die die Projekte von außen betrachten und einige Hinweise im Gepäck haben oder sogar das nächste Angebot bzw. die nächste Finanzierung. Flankiert wird das gesamte Programm zudem noch von einem individuellen Coaching, so dass die Fellows zusätzlich mit weiteren Expert*innen an ihren konkreten Fragen und Problemen auf kurzem Weg arbeiten können.

Das JIP geht in die zweite Runde: Was erwartet die Teilnehmenden? Was ändert sich zur ersten Auflage?

Bei jeder Weiterbildung, die wir als HMS-Team anbieten und umsetzen, sind uns die Feedbacks der Teilnehmenden sehr wichtig, um das Angebot im besten Fall noch passender und besser zu machen. Die Fellows evaluieren nach jedem Seminar anonym und wir haben natürlich auch eine Feedbackrunde am Ende. Aus den Rückmeldungen haben wir einige kleine Änderungswünsche mitnehmen können und diese in die Planung der nächsten Gruppe ab Herbst 2022 eingebunden. Ein wichtiger Punkt für die Fellows war die Präsenz. Vieles musste im ersten Durchlauf wegen der Corona-Pandemie digital laufen. Generell bleiben die Seminare im zweiten Durchlauf zwar auch digital, wir haben aber mehr Termine in Präsenz wie etwa die Seminare Design Thinking, Product Field und das Pitchtraining.

Zudem werden wir schneller an der Vorbereitung des Endpitchs mit der neuen Gruppe arbeiten und dafür einen Zwischenpitch organisieren. So können die Teilnehmenden früher erkennen, wie die Rückmeldungen von außen sind. Auch eine frühere Teilung der Gruppe in Entre- und Intrapreneuren ist vorgesehen, damit wir in den Seminaren auf die unterschiedlichen Bedürfnisse und Spezialisierungen eingehen können. Das Curriculum, der Ablauf und die Inhalte der Seminare sind von der aktuellen Gruppe sehr gut bewertet worden, weswegen wir diese in Teilen wieder so umsetzen.

Wie sieht das Bewerbungsverfahren aus?

Bewerben sollten sich Personen, die nicht nur eine Idee für ein Projekt im Journalismus oder Medienumfeld haben, sondern gleichzeitig auch den Willen, es mit Hilfe von renommierten Fachleuten umzusetzen – als Gründer*in oder angestellt innerhalb eines Medienhauses. Es können sich aber auch Personen bewerben, die bereits eine eigene Idee verfolgen, Inhalte veröffentlichen und nun die Monetarisierung eines Geschäftsmodells auf ein neues Level heben wollen. Für die Bewerbung benötigen wir unseren Fragebogen – natürlich ausgefüllt, einen Lebenslauf und ein kurzes Video mit einer Vorstellung und Begründung, warum das JIP die richtige Weiterbildung sein kann. Im nächsten Schritt gibt es Bewerbungsgespräche mit dem JIP-Beirat, der am Ende auch entscheidet, wer einen der 15 Plätze erhält. Für die Bewerbungen gibt es keine Altersbegrenzung und wir benötigen auch keine Arbeitszeugnisse. Uns geht es darum, am Ende eine diverse Gruppe zusammenzustellen, die so schon allein durch die Gruppenmitglieder voneinander lernen kann. Wir freuen uns auch, wenn ein stabiles Netzwerk nach dem Programm entsteht.

Das JIP trägt Innovator im Namen und richtet sich an Journalist*innen, Content-Creator*innen und Intra-/Entrepreneur*innen. Warum ist es für Medienschaffende wichtig, sich mit Innovationen auseinanderzusetzen?

Journalismus und die Medienbranche insgesamt befinden sich nach wie vor stark im Wandel. Jeden Tag kommt über irgendeinen Kanal neuer Content, neue Nachrichten, neue Technologien und damit immer auch die Herausforderung, Leser*innen/User*innen zu finden, zu halten und richtig zu informieren. Und es geht darum, Journalismus zu stärken und ihn zukunftsfähig und besser zu machen. Mehr denn je in diesen politisch bewegten Zeiten. Die großen Titelgeschichten oder die Nachrichtenflaggschiffe wie „heute“ sind nach wie vor wichtig und bleiben es auch. Aber es kommt immer mehr auf jeden einzelnen Text, jede einzelne Veröffentlichung an. Im Digitalen müssen jeden Tag und jede Stunde User*innen immer wieder neu überzeugt und vor allem auch mit wahrhaftigen Inhalten versorgt werden. Das geht nur über innovative Ideen und Entwicklungen. Hier setzt das JIP an und unterstützt dabei, neue Impulse und Ideen zu finden.

Fristen & Infos :

  • Bewerbungsfrist: 15. August 2022
  • 15 freie Plätze
  • Auswahl der Teilnehmer*innen: bis 30. September 2022
  • Start des Programms: Ende Oktober 2022
  • Ende des Programms: Ende April 2023