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HMS KOSMOS

Ein Jahr zwischen Aufbruch, Verantwortung und gemeinsamer Arbeit

von NASTASJA GRAFMANN am 15.01.2026

Das Jahr 2025 war an der Hamburg Media School von Kontinuität und Bewegung gleichermaßen geprägt. Mit dem Amtsantritt von Dr. Christian Heise als neuem Präsidenten rückte die Frage nach der strategischen Ausrichtung der Hochschule erneut in den Fokus. Der Anspruch blieb dabei konstant: Medienbildung eng an Praxis, Forschung und gesellschaftlichen Fragestellungen auszurichten. Zugleich war 2025 ein Jahr der Bewegung, geprägt von neuen Formaten, Kooperationen und Diskussionen, die sich im Laufe des Jahres verdichteten. Diese Suche nach neuen Wegen manifestierte sich schließlich in einem konkreten Projekt: HMS30.plus.

HMS Winter

HMS30.plus - Ein partizipativer Prozess für die Zukunft der Hamburg Media School

Mit HMS30.plus hat die Hamburg Media School 2025 einen partizipativen Strategieprozess gestartet, um ihre Rolle in einer sich rasant verändernden Medienwelt neu zu justieren. Ausgangspunkt ist die Frage, wie akademische Exzellenz, technologische Innovation und gesellschaftliche Verantwortung künftig zusammenwirken sollen.

Der Prozess begann mit einer offenen Bestandsaufnahme unter Studierenden, Alumni, Lehrenden, Mitarbeitenden und externen Expert:innen. Dabei wurden sowohl die Stärken der Hamburg Media School wie praxisnahe Lehre, enge Betreuung und starke Netzwerke als auch strukturelle Herausforderungen benannt, darunter Ressourcenfragen, strategische Fokussierung und Internationalisierung.

Auf dieser Grundlage entwickelt die Hamburg Media School derzeit ein Zukunftsbild für die kommenden Jahre. HMS30.plus ist dabei bewusst offen angelegt und versteht sich als Einladung an die gesamte Community, die Weiterentwicklung der Hochschule aktiv mitzugestalten.

Doch Strategie entfaltet ihre Wirkung erst im Dialog mit der Branche. Wie eng dieser Austausch 2025 war, zeigte sich besonders deutlich im Mai auf dem OMR Festival.

Präsenz auf dem OMR Festival

Dieser Gestaltungswille zeigte sich auch außerhalb des Campus: Im Mai war die Hamburg Media School auf dem OMR Festival vertreten. Die Verbindung zur OMR reicht viele Jahre zurück. Die Hamburg Media School ist als Förderin regelmäßig präsent und jedes Jahr mit einem eigenen Messestand vor Ort. Viele der OMR-Akteur:innen verbindet ein gemeinsamer Ausgangspunkt: das MBA-Studium an der Hamburg Media School, das auch Persönlichkeiten wie Philipp Westermeyer und Isabelle Gardt absolviert haben.

Masterclasses wie datenbasierte Geschäftsmodelle, Plattformstrategien und der Einsatz Künstlicher Intelligenz im Marketing knüpften unmittelbar an Lehrinhalte aus dem MBA-Programm an, in dem Studierende unter anderem an digitalen Erlösmodellen, Produktstrategien und Innovationsprozessen arbeiten.

Für die Hamburg Media School bot das Festival Gelegenheit, bestehende Netzwerke zu vertiefen und neue Kontakte zu knüpfen. Gleichzeitig bestätigte sich der Bedarf an Einordnung und Weiterbildung in einer zunehmend komplexen Medienlandschaft.

​​Besonders erfreulich: Die Masterclass „7 Tipps für deinen nächsten Karriereschritt in der Digital- und Medienbranche vom Gründungsvater der OMR“ zählte zu den zehn bestbewerteten Sessions des OMR Festivals 2025.


Während auf dem OMR Festival die Themen der Zukunft diskutiert wurden, zeigte sich in den Weiterbildungsformaten der Hamburg Media School, wie diese Trends konkret in den beruflichen Alltag übersetzt werden können.

Weiterbildung im Wandel

AI Masterclass 2025: KI-Technologie x Werbefilm

Im Auftrag der Produktionsallianz Werbung haben wir im Jahr 2025 die AI Masterclass für Producer:innen und Kreative aus der Werbebranche konzipiert. Über sechs Monate lernten die 350 Teilnehmenden die Chancen, Herausforderungen, Tools und Hacks beim Einsatz von KI in der Werbefilmproduktion kennen. Von der Produktionsplanung über Pre- und Post-Produktion bis hin zu Recht & Ethik, aufgeteilt in insgesamt 16 Module und durchgeführt von führenden KI-Expert:innen. Nadine Justus, Geschäftsführerin der Produktionsallianz Werbung, zeigt sich begeistert von dem neuen Format: „Die AI Masterclass ist ein tolles Format, bei dem in kleinen Gruppen die Themen sehr detailliert und praxisnah vermittelt werden. Ich habe in dem Advanced Prompting Webinar noch viel Neues gelernt – vor allem, wie wichtig ein systematisches Vorgehen ist, um zu den gewünschten Ergebnissen zu kommen.”

Wenn KI-Weiterbildung direkt im Unternehmen wirkt: AI Architect in Residence Program


Ein besonderes Highlight in der zweiten Jahreshälfte 2025 war der Pilot des AI Architect in Residence Programms mit Tutech Innovation GmbH. In mehreren intensiven Tagen arbeitete der erfahrene KI-Architekt und Hamburg Media School Dozent Mario Ottman direkt im Unternehmen und analysierte gemeinsam mit dem Team Prozesse, Herausforderungen und KI-Potenziale. Im Fokus stand ein pragmatischer Ansatz: weg von abstrakten KI-Visionen, hin zu realistischen Use Cases und klar priorisierten Handlungsschritten. Das Ergebnis war ein konkreter Prototyp eines „Matchmaking-Agenten“ und eine strategische Roadmap für die weitere Umsetzung. Der Case zeigt, wie KI-Projekte strategisch, strukturiert und praxisnah direkt im eigenen Unternehmen umgesetzt werden können – und bildet die Grundlage für ein skalierbares KI-Inhouse-Format für andere Organisationen.

So geht modern Leadership: Future Excellence Program mit der FAZ

WB FAZ Innovation Tour

Führung in einer digitalen Medienwelt erfordert neue Kompetenzen. Gemeinsam mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung hat die Hamburg Media School 2025 das Future Excellence Program entwickelt: eine einjährige, modulare Weiterbildung für Nachwuchsführungskräfte aus Redaktion, Vertrieb, Marketing und HR. Im Mittelpunkt des Programms stand nicht nur klassisches Leadership, sondern der Blick nach vorn. In einem geschützten Raum beschäftigen sich Vertreter:innen der Redaktion gemeinsam mit ihren Kolleg:innen aus dem Verlag mit Themen wie Brand Building, Change Management, KI-Strategien, Design Thinking und Business Model Innovation. Dabei blieb das Programm nicht auf die Räume der Hamburg Media School beschränkt, sondern führte die Teilnehmenden auch an ausgewählte Hotspots der Medienstadt Hamburg und öffnete so neue Perspektiven für das Team der Frankfurter Allgemeinen.


Der Blick über den Tellerrand beschränkte sich 2025 jedoch nicht nur auf technologische Innovationen, sondern umfasste auch internationale Perspektiven auf Medien, Märkte und Führung.

Internationale Perspektiven

Im Juni reisten unsere MBA-Studierenden nach Japan und erlebten das Land der aufgehenden Sonne - von innovativen Medientrends bis zu konkreten Learnings für die Praxis. Stationen in Osaka, Kyoto und Tokio führten unter anderem zu Unternehmen wie Google, Sony und Dentsu sowie zu Medienhäusern wie Asahi Shimbun. Gespräche mit Expert:innen aus Wissenschaft, Journalismus und Wirtschaft, etwa am Deutschen Institut für Japanstudien oder an der Kyoto Seika University, ermöglichten vertiefte Einblicke in Medienmärkte, Innovationskultur und internationale Zusammenarbeit.

Für die EMBA-Kohorte ging es im November nach London, um sich mit internationalen Expert:innen auszutauschen. Besuche bei Institutionen wie der BBC, Bloomberg und Google standen ebenso auf dem Programm wie Gespräche mit Medien- und Forschungsexpert:innen, darunter Professor Charlie Beckett von der London School of Economics. Auch Stationen bei Unternehmen wie TikTok oder Framestore boten Einblicke in aktuelle Entwicklungen der internationalen Medien- und Kreativwirtschaft.

Beide Reisen waren nicht nur Bildungserlebnisse, sondern auch wertvolle Netzwerkgelegenheiten, die Studierende und Branchenprofis zusammenbrachten.

Unabhängig von den internationalen Studienreisen spielten 2025 auch lokal verankerte Kooperationen eine zentrale Rolle.

Kooperationen, Öffentlichkeit und Stadtgesellschaft

Kooperation mit der Körber-Stiftung

2025 wurde die Zusammenarbeit der Hamburg Media School mit der Körber-Stiftung inhaltlich weiter geschärft. Im Mittelpunkt standen Fragen, wie technologische Entwicklungen gesellschaftlich wirksam werden und welche Rolle Medien dabei spielen. Formate wie „Aging with Tech“ rückten den digitalen Wandel aus einer Perspektive in den Fokus, die in der öffentlichen Debatte häufig zu kurz kommt. Diskutiert wurde, wie ältere Generationen Technologie nutzen, welche Barrieren bestehen und wie Medienangebote gestaltet sein müssen, um digitale Teilhabe zu ermöglichen.

Monat der Stadtwirtschaft


Im November beteiligte sich die Hamburg Media School am ersten Monat der Stadtwirtschaft. Unter dem Motto „Wir machen Hamburg“ öffneten 31 öffentliche Unternehmen ihre Türen. Die Resonanz war groß. Mehr als 60 Veranstaltungen im gesamten Stadtgebiet waren innerhalb kurzer Zeit ausgebucht. Über 1.000 Hamburger:innen nutzten die Gelegenheit für Einblicke hinter die Kulissen.

Die Hamburg Media School brachte sich mit mehreren eigenen Formaten ein, darunter die Future Media Night in Kooperation mit dem PR Club Hamburg e. V., der Prompt-A-Thon+ mit der Universität Hamburg, Digital Media in the Making mit der Leuphana Universität Lüneburg sowie die AI Fuck-up Night. Über 200 Besucher:innen nahmen allein an den Veranstaltungen der Hamburg Media School teil.


Gesellschaftliche Relevanz zeigt sich jedoch nicht nur in Diskussionsformaten und Kooperationen, sondern auch in den Geschichten, die erzählt werden. Der Filmbereich der Hamburg Media School bewies hier einmal mehr sein Gespür für relevante Themen.

Film: Projekte, Preise und Perspektiven

2025 war für den Filmbereich der Hamburg Media School von intensiver Projektarbeit und internationaler Resonanz geprägt. Der aktuelle Jahrgang realisierte zunächst seine fünf- und zehnminütigen Filme und entschied sich anschließend im Rahmen der Stoffbörse für die Abschlussfilmstoffe der kommenden Produktionsphase.

Die Abschlussfilme des vorherigen Jahrgangs sorgten international für große Aufmerksamkeit. Die Filme „Inkubus“ und „Wie es war“ waren beim renommierten EnergaCAMERIMAGE Festival nominiert. Der Besuch des „Zeitlos“-Teams beim International Student Film Festival in Peking sowie die Teilnahme des Films „Was ist los mit Dir“ beim International Short Fiction Film Festival Film Front in Serbien unterstrichen die internationale Sichtbarkeit der Arbeiten.„Die Gute Frau“ gewann bei den Hofer Filmtagen den Jury-Kurzfilmpreis, „Teresa, Station B“ räumte als „Best Female Student Director" bei den Cannes Indie Shorts ab.

Parallel dazu wurden Themen wie nachhaltiges Produzieren und Diversität weiterentwickelt, unter anderem durch die Beteiligung am OMNI Inclusion-Programm der MOIN Filmförderung.

Im Oktober starteten zudem unsere Masterstudiengänge in Drehbuch, Regie, Kamera und Produktion sowie der neue Master Werteorientierter Werbefilm.

Übergang zum nächsten Abschnitt: Neben der künstlerischen und praktischen Ausbildung bildet die wissenschaftliche Reflexion ein weiteres Fundament unseres Anspruchs. Denn nur wer Medien versteht, kann sie verantwortungsvoll gestalten.

Neben der künstlerischen und praktischen Ausbildung bildet die wissenschaftliche Reflexion ein weiteres Fundament unseres Anspruchs. Denn nur wer Medien versteht, kann sie verantwortungsvoll gestalten.

Film Abgedreht 10 Minueter

Zehnminütiger Film abgedreht

Medien, Forschung und Diskurs

Wissenschaft trifft Journalismus: „Journalists-in-Residence“-Programm

Die Hamburg Media School und die Hamburg Open Online University (HOOU) an der Technischen Universität Hamburg haben 2025 gemeinsam das „Journalists-in-Residence“-Programm gestartet. Im Zuge dessen erstellten sechs Studierende des Masterstudiengangs Digitaler Journalismus jeweils drei journalistische Medienformate zu ausgewählten HOOU-Lernangeboten.

Launch des HOOU-Lernangebots „News-Life-Balance“

In der Hamburger Woche der Pressefreiheit haben Prof. Dr. Christopher Buschow, Leiter unseres Masters Digitaler Journalismus, und Anke Gehrmann, wissenschaftliche Mitarbeiterin, ihr neues HOOU-Lernangebot „News-Life-Balance“ vorgestellt. Das Lernangebot wurde im Rahmen einer Förderung der Hamburg Open Online University entwickelt und vermittelt Strategien, um dem Phänomen der Nachrichtenmüdigkeit entgegenzuwirken.

MediaTechDay

2025 initiierten wir erneut den MediaTechDay – einen intensiven Tag rund um Künstliche Intelligenz. Startup-Investor Carsten Maschmeyer eröffnete mit dem Impulsvortrag und betonte: „Wer KI nicht nutzt, wird ersetzt von denen, die es können.“ Datenjournalist Marco Maas zeigte praktische KI-Anwendungen, Künstlerin Corinna Holthusen demonstrierte die Verbindung von Fotografie und KI-Elementen, und Arthur Erdmann vom AI.Startup.Hub Hamburg stellte die Vision einer „AI First City“ in den Raum. Den Abschluss machte Isabel Lerch vom NDR mit kritischen Perspektiven auf datenbasierten Journalismus. Das Fazit: KI kann viel – doch ohne den Menschen geht es nicht.


Praxisprojekte

Fragen wir unsere Studierenden, so heißt ihr Highlight: Praxisprojekte! Unsere Studierenden entwickelten 2025 u. a. strategische Konzepte für die ZEIT Akademie und den SPIEGEL, erarbeiteten Marketingstrategien für innovative Medienunternehmen wie DOSSIER, unterstützten die F. A. Z. bei Formatentwicklung und reichten ihre Expertise sogar bis zur Social-Media-Strategie des Deutschen Generalkonsulats in New York. Diese Projekte zeigen: Unsere Studierenden arbeiten nicht nur für etablierte Medienunternehmen, sondern prägen auch digitale Innovationen.+ Galerie mit den Bildern der Praxisprojekte (Auswahl der genannten)

Gastgespräche

Auch 2025 haben uns zahlreiche Gastgespräche mit führenden Köpfen aus der Medienbranche bereichert. Kai Rose reflektierte über die Zukunft der Mediengruppe Klambt und den Generationenwechsel in etablierten Medienunternehmen. Unser Geschäftsführer Dr. Christian Heise eröffnete neue Perspektiven auf Kreativität und Möglichkeitsräume. Mit Jan Bechler, Isa Gardt, Enrique Tarragona und Karsten Samland diskutierten wir Strategien und Herausforderungen moderner Mediengestaltung. Auch Musiker Mousse T. gewährte Einblicke in die Schnittstelle von Musik und digitalen Medien. Diese Gespräche zeigen: Die Medienbranche ist vielfältig und lebt von persönlichen Perspektiven.


Diese Impulse aus der Praxis prägen nicht nur einzelne Veranstaltungen, sondern begleiten Studierende durch ihren gesamten Weg an der Hamburg Media School - vom Studienstart bis zum Abschluss.

Vom Studienstart bis zum Abschluss

Mit dem Studienauftakt im Oktober begann für neue Studierende der Masterprogramme 25/26 ihr Weg an der Hamburg Media School. In den ersten Wochen ging es weniger um Tempo als um Orientierung. Kennenlernen, Einordnen und das gemeinsame Verständnis dessen, was Medienarbeit heute bedeutet, standen im Vordergrund. Schon früh zeigte sich, dass Fragen nach Verantwortung, technologischen Umbrüchen und praktischer Anwendbarkeit die Arbeit der kommenden Monate prägen werden.


Nur wenige Wochen später markierte die Zeugnisverleihung für die Absolvent:innen des Jahrgangs 2025 den anderen Pol dieses Weges: den erfolgreichen Abschluss eines intensiven Studienabschnitts. Sie macht sichtbar, wohin dieser gemeinsame Weg führen kann – von den ersten Fragen zu Verantwortung, technologischen Umbrüchen und Praxis hin zu einem Abschluss, der für fachliche Reife und persönliche Entwicklung steht.

2025 war ein Jahr, in dem an der Hamburg Media School wichtige Impulse gesetzt wurden. In Studium, Weiterbildung, Forschung und öffentlichem Dialog wurden Prozesse angestoßen, die über das Jahr hinaus wirken und eine Grundlage für die Weiterentwicklung 2026 bilden. So schließt sich der Kreis eines Jahres, das ganz im Zeichen von Aufbruch, Verantwortung und gemeinsamer Arbeit stand.